Erstellt am 19. Oktober 2016, 05:15

von Gila Wohlmann

Polizei warnt: Telefonbetrüger sind unterwegs. Auf Geschäfte und Tankstellen zielen Kriminelle ab. Keine Chance hatten sie jedoch bei Nah & Frisch Halbwax.

Tamara Höderl, Kassierin bei Nah & Frisch Halbwax, ist nicht auf die Telefonwertkartenbetrüger hereingefallen.  |  Halbwax

„Mir kam dieses Telefonat sofort seltsam vor. Der Anrufer gab an, er sei von der Nah & Frisch-Zentrale und er müsste das Telefonwertkartenbongerät überprüfen. Unser Gerät hat aber nichts mit dem Unternehmen zu tun“, schildert Tamara Höderl, die bei Nah & Frisch Halbwax in Kaumberg als Kassierin arbeitet.

Telefonbetrüger sind derzeit in der Region aktiv. Ihre Masche ist dabei immer dieselbe, die Landespolizeidirektion Niederösterreich hat einen Warnaufruf gestartet, denn es gibt bereits erste Geschädigte. Höderl schildert, dass der „Mann mit deutschem Akzent“ gesprochen hätte. Hereingefallen ist sie auch deswegen nicht, weil die Firma Nah & Frisch diesbezüglich eine Warnung ausgeschickt hat. „Diese ist kurz vor dem Anruf bei uns eingelangt“, schildert Nah & Frisch-Betreiber Walter Halbwax und lobt seine Mitarbeiterin: „Sie hat wirklich vorbildlich agiert.“

Auch in der Stadt Hainfeld gab es in einem Geschäft einen ähnlichen Betrugsversuch. „Der Betrüger gibt an, er müsse das Wertkartengerät überprüfen. Dann verlangt er die Durchgabe der Codes für die Wertkarte“, schildert der Hainfelder Kriminalpräventionsbeamte Arno Reischer-Kucera und warnt, keinesfalls auf solche Forderungen einzugehen.

Ladebons wären fehlerhaft

Finanzieller Schaden in Höhe von 11.000 Euro ist in Pyhra und Michelbach entstanden. Hier rief ein Mann, der in einem ortsüblichen Dialekt sprach, an und gab sich als Mitarbeiter der Firmenzentrale aus. Er sagte, dass er die Ladebons für Wertkartenhandys überprüfen müsse, da diese fehlerhaft seien. Dazu müssten die Ladebons ausgedruckt und die Codes telefonisch durchgegeben werden. Bedenken der Angestellten, dass ein Minusstand in der Kasse entstehe, wurden dadurch entkräftet, dass er von der Zentrale aus die Bons herauslöschen könne.

„Der Täter drängte, den Vorgang durchzuführen, da es aufgrund eines EU-Gesetzes eine Verpflichtung seitens des Geschäftsbetreibers gebe. Auch wurde der Kassierin erlaubt, wenn Kunden an die Kassa kommen, das Telefon zur Seite zu legen und dann den Vorgang fortzusetzen. Abschließend sagte der Mann, dass am nächsten Tag ein Herr Mayer kommen wird, um die ungültigen Bons abzuholen“, so die Polizei. Die Exekutive bittet Betrugsversuche oder Personen, die geschädigt wurden, sofort zu melden.