Erstellt am 21. Januar 2016, 05:58

von Gila Wohlmann

"Keine Angst vor Terror". Walter Strebinger hat seine Niltour abgesagt, aber nicht wegen des Vorfalls in Hurghada. Er meint, dass Risiko eines Verkehrsunfalls hier größer ist als Anschlag im Urlaub. H

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Eigentlich wäre er am Donnerstag, 14. Jänner, nach Ägypten abgereist, doch er hat davon abgesehen: Der pensionierte Hainfelder Polizeibeamte und Hobby-Ägyptologe Walter Strebinger.

„Aber nicht wegen des aktuellen Vorfalls in Hurghada, wo ein niederösterreichisches Paar zu Schaden kam“, wie er betont. Grund vielmehr sei eine unvorhergesehene Verlängerung der Anreisezeit gewesen.

Strebinger hat, wie in den letzten Jahren schon so oft, für eine Reisegruppe eine Ägyptentour, in diesem Fall eine Nil-Kreuzfahrt, organisiert. „Leider fliegt Lauda Air nicht wie geplant den Flug selbst, sondern hat diese an Air Berlin übergeben. Wir hätten drei Stunden Aufenthalt in Berlin gehabt“, erklärt Strebinger.

18 Stunden Reisezeit waren doch zu viel

Insgesamt wären sie auf eine Gesamtreisezeit von Hainfeld bis Luxor von 18 Stunden gekommen. „Eine Odyssee“, begründet er die Absage für die elfköpfige Reisegruppe. Normalerweise würde die gesamte Zeit nach Luxor bis zur Schiffsanlegestelle rund acht Stunden dauern. Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben sei die Reise. Den Anschlag in Hurghada bezeichnet Strebinger „als furchtbaren Vorfall“.

Dennoch mutmaßt er mehr persönliche Hintergründe gegen die Hotelbetreiber als einen gezielten terroristischen Anschlag. Was er zu bedenken gibt, ist, dass es terroristische Anschläge auch in anderen Ländern wie der Türkei oder in Spanien gegeben hätte und man nicht gleich explizit Panikmache für ein bestimmtes Land betreiben soll.

Seine Panik, Opfer eines Anschlags zu werden, hält sich daher in Grenzen. „Ich habe keine Angst vor dem Terror im Urlaub. Die Gefahr, dass ich in heimatlichen Gefilden Opfer eines Verkehrsunfalls werde, ist bei weitem größer“, will er sich seine Liebe zu Ägypten nicht vermiesen lassen.