Erstellt am 21. Mai 2016, 05:44

von Astrid Krizanic-Fallmann

Kletterpark als neue Attraktion. Anlage Spielmäuer in Wegscheid wurde geöffnet. Auch Wanderungen sind in dem Naturjuwel möglich.

Der Mariazeller Naturfreunde-Obmann Gottfried Schöggl klettert selber sehr gerne. Hier in der Höhle des Kirchbogensteigs.  |  NOEN, Andreas Jentzsch

Mit 1. Mai wurde die neu errichtete Anlage im sagenumwobenen Naturjuwel in Wegscheid, 14 Kilometer vom Mariazeller Hauptplatz entfernt, geöffnet. „Am darauf folgenden, ersten schönen Wochenende konnten wir bereits mehrere hundert Kletterer auf den Spielmäuern zählen“, berichtet der in Wegscheid wohnende Naturfreunde-Funktionär Walter Egger, welcher mit dem Vorhaben und den Örtlichkeiten bestens vertraut ist.

Im Jahr 2011 trafen sich verschiedene alpine Vereine und Körperschaften des Mariazeller Landes, um sich über die Möglichkeit der Errichtung eines Klettersteiges in der Region zu beraten. Man kam allerdings zu keinem schlüssigen Ergebnis, was dem Naturfreunde-Obmann, selbst ein großer Kletterfan, keine Ruhe ließ. Schöggl fasste daher verschiedene Aspekte einer sportlichen Bereicherung ins Auge.

Schwierigkeitsgrad B bis D haben drei Steige

2014 nahm er erstmals Kontakt mit dem zertifizierten Klettersteigbauer Stefan Gatt auf, der nach seinem Vorschlag und einigen Durchstiegen in den Spielmäuern in Wegscheid eine nahezu perfekte und kompakte Felswand fand.

Im nächsten Schritt wurden die Österreichischen Bundesforste als Grundbesitzer kontaktiert sowie der Nutzungsvertrag rasch und unbürokratisch unter Dach und Fach gebracht.

Nachdem die wichtigsten Formalitäten erledigt waren, ging es im Juni des Vorjahres zur Sache und der Bau der drei Klettersteige in den Schwierigkeitsgraden B bis D konnte beginnen. Im November 2015 waren diese fertig gestellt.

19 Routen zusätzlich

Im heurigen Frühjahr kamen noch 17 Sportkletterrouten und zwei Mehrseillängenrouten dazu. Während die Spezialisten ihre Arbeit im Fels leisteten, wurden die kompletten Steiganlagen von freiwilligen Helfern unter der Leitung und Planung von Walter Egger mit einem Arbeitsaufwand von rund 700 Stunden angelegt, gegraben und markiert.

„Im Zuge der Arbeiten wurde nicht nur ein Paradies für Kletterer geschaffen, sondern auch an alle Wanderfreudigen gedacht, die sich auf einem neu geschaffenen Wanderweg das faszinierende Naturdenkmal ,Teufelsbrücke‘ aus nächster Nähe anschauen können“, sagt Egger. Nach Lust und Laune kann man auch noch „bequem den Gipfel der Spielmäuer mit nagelneuem Gipfelkreuz erklimmen“, ergänzt er.