Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:42

von Markus Zauner

Flüchtlingshilfe abseits der Quote. Markus Zauner über den in der Asylfrage nachahmenswerten Bezirk Lilienfeld.

Außer dem Wirbel um die "gescheiterte" Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Gasthof Gnedt in Kernhof, war es im Bezirk die letzten Wochen in der Asylthematik weitgehend ruhig. Trotz der über Österreich hereingebrochenen Flüchtlingsmassen.

Das mag daran liegen, dass der Bezirk immer schon sehr asylwerberfreundlich eingestellt war, die ominöse Quote von 1,5 Prozent in einigen Gemeinden bereits klar überschritten und daher vom Bund wenig bis kein Druck gemacht wird. Die Anwendung des beschlossenen Durchgriffsrechtes, demzufolge der Bund in den Gemeinden gegen den Willen von Ländern und Kommunen selbst Flüchtlingsunterkünfte errichten kann, scheint daher hierzulande eher unwahrscheinlich zu sein.

Das Motto „Nicht zu uns“ praktizieren schon genug Staaten (und Gemeinden). Die überschaubaren Neu-Initiativen im Bezirk zur Flüchtlingsunterbringung, wie die bevorstehende Öffnung des Pfarrhofs St. Veit (NÖN/42) oder das Philharmoniker-Projekt in St. Aegyd, sind in diesem Sinne zu begrüßen. Weil Menschen in Not Hilfe brauchen — und keine Spielchen mit Quoten.