Erstellt am 12. Januar 2016, 05:38

von Claus Stumpfer

Nicht populär, aber notwendig. Im Fußballunterhaus brodelt es. Erst bescherte bereits die Belegs- und Registrierkassenpflicht vielen Vereinen Existenzängste, und jetzt hat der Niederösterreichische Fußballverband mit einer lapidaren Notiz auf seiner Homepage auch noch den Umbruch

Im Fußballunterhaus brodelt es. Erst bescherte bereits die Belegs- und Registrierkassenpflicht vielen Vereinen Existenzängste, und jetzt hat der Niederösterreichische Fußballverband mit einer lapidaren Notiz auf seiner Homepage auch noch den Umbruch im Übertritts-Regelwerk verkündet: Spieler, die das 28. Lebensjahr vollendet haben, können ohne Ausbildungsentschädigung zwangsverpflichtet werden, der abgebende Verein sieht keinen Cent!

Klar, dass die Funktionäre speziell der kleinen Vereine auf die Barrikaden gehen. Nicht wenige drohen damit, jetzt endgültig ihr Amt abzugeben. Allein, es wird immer schwerer für sie jemanden zu finden, der in ihre Fußstapfen treten will.

Aber so verständlich der Ärger bei den Klubs auch ist, vorschnell darf man den Verband nicht verurteilen. Schließlich sah sich NÖFV-Präsident Ludwig Binder, der heuer übrigens zur Wiederwahl steht, selbst in der Pflicht, diese unpopuläre Maßnahme zu treffen. Die bisher verlangten Ausbildungsentschädigungen waren – als Hemmnisse für die Arbeitnehmerfreizügigkeit – europarechtlich höchst problematisch und einfach nicht mehr aufrecht zu halten.