Erstellt am 08. März 2016, 05:04

von Markus Zauner

Pietätloser geht es nicht. Markus Zauner über den Tod von Horst Gruber und entbehrliche Interneteinträge.

Nach dem Drama um jene achtjährige Wienerin, die während des Skikurses in Annaberg verstorben ist, hat der Bezirk die nächste Tragödie, den Tod von Globetrotter Horst Gruber, zu verdauen. In beiden Fällen trifft der Spruch zu: „Es ist immer zu früh, um zu gehen“. Bei Gruber, weil er zwar alle 193 Länder der Welt gesehen hat, aber trotz seiner 74 Jahre kein bisschen reisemüde war. Erst recht im Fall der Achtjährigen, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatte.

In beiden Todesfällen gilt auch: Manch Kommentar auf Internetplattformen ist entbehrlich, pietätlos. Einem User fällt etwa nichts anderes ein, als Gruber als reinen Reisestempelsammler mit viel Geld abzukanzeln. Dazu sei festgehalten: Gruber hat sich sein Bares vor seiner Pension als Traisner Tankstellenbetreiber redlich verdient und seinen Traum, die Welt zu sehen, verwirklicht. Wer ihn kannte, weiß auch: Das Stempelsammeln war nicht sein alleiniges Ziel, durch das Kennenlernen fremder Kulturen hat er seinen Horizont erweitert. Ein Original, das dem Bezirk fehlen wird. Auf einige Interneteinträge trifft das nicht zu.