Erstellt am 14. September 2015, 12:58

von Claus Stumpfer

Sieg wurde zur Nebensache. Claus Stumpfer über Wallners verhaltene Freude nach tragischem Rennen.

Zwei Tote wegen Herzstillstandes bei einem Marathonrennen — das hat es in der Sportgeschichte noch nie gegeben. Beim Wachau-Marathon wurde es am Sonntag aber traurige Wirklichkeit. Auch Wolfgang Wallner konnte es als großer Triumphator des Rennens nicht fassen, als er davon erfuhr.

Die Föhnwetterlage am Wochenende war für den Kreislauf sicher extrem belastend und dürfte wohl Ursache für die dramatischen Vorkommnisse gewesen sein.

Dass sein Sport nicht mehr unbedingt gesund sein dürfte, räumte selbst Wallner bereits einmal ein — allerdings nicht nach einem Halbmarathon über 21 Kilometer, bei dem nun zwei relativ junge Athleten tödlich verunglückt sind, sondern nach einem 200-Kilometer-Lauf im gebirgigen Pielachtal, den er unter elf Stunden bewältigt hatte. Zumindest Wallners Frau will derartige Eskapaden ihres Gatten künftig nicht mehr zulassen.

Aber Hobbyläufern grundsätzlich vom Training abzuraten oder auch an Marathonläufen teilzunehmen, wäre grundfalsch. Der Laufsport ist essenziell in der Vorbeugung sogenannter Zivilisationskrankheiten. Und so tragisch die Todesfälle in Krems auch sind, bleiben sie Ausnahmen. Als Ausreden, es sich künftig lieber wieder auf der Coach vor dem Fernseher bequem zu machen, taugen sie nicht.