Erstellt am 12. Juli 2016, 05:47

von Claus Stumpfer

EM der Absagen endet mit Bronze. Claus Stumpfer über ambivalente Gefühle nach der Leichtathletik-EM in Amsterdam.

Auch die Europameisterschaft brachte keine endgültige Klärung, wie gut Österreichs Leichtathleten in Form sind. Der Verletzungsteufel wütete, wobei allerdings viele Absagen in letzter Sekunde einfach auch nur ein Zeichen von Vorsicht waren — vor den Olympischen Spielen wollte niemand etwas riskieren!

Einige unserer Stars blieben da lieber auch den letzten, geforderten Leistungsnachweis vor Rio schuldig, womit eigentlich ihre Olympia-Qualifikation wackelt. Aber offenbar vertrauen die Athleten darauf, dass das ÖOC ein Auge zudrücken wird.

Eine dieser „Wackelkandidaten“ ist auch die Kaumbergerin Jennifer Wenth, die gleich zu Beginn des Jahres verletzungsbedingt wertvolle Vorbereitungszeit verlor. Eine Woche vor Amsterdam kam nun eine Adduktorenzerrung hinzu. Trotzdem ist sie überzeugt, die 5000 Meter unter 15:30 Minuten laufen zu können.

Für Rio erwartet sich das ÖOC aber noch mehr. Dass Wenth im entscheidenden Moment liefern kann, hat sie im Vorjahr bei der EM in Zürich mit ihrem Finaleinzug bewiesen. Auch in Rio wird Wenth aufgrund ihrer Verdienste wohl dabeisein. Um aber heuer wieder die Auszeichnung „Leichtathletin des Jahres“ in Empfang nehmen zu können, wird in Rio eine Sonderleistung nötig sein. Ivona Dadic hat mit ihrer EM-Bronzenen allen ÖLV-Athleten die Latte hoch gelegt.