Erstellt am 05. Juli 2016, 05:50

von Claus Stumpfer

EM wird heuer „mitgenommen“. Claus Stumpfer über Jenni Wenths Generalprobe für Rio.

Im Vorjahr stieß die Kaumbergerin Jennifer Wenth bei der Weltmeisterschaft in Peking in neue Dimensionen vor. Sie schaffte über 5000 Meter sensationell den Einzug ins Finale und wurde in diesem dann sogar drittbeste Europäerin. Eine Leistung, die diese Woche auf eine Medaille bei der EM in Amsterdam hoffen lässt.

Doch Wenth blockt sofort ab, wenn die Rede darauf kommt. Wäre die Vorbereitung optimal verlaufen, dann dürfte man vielleicht davon träumen, aber nach einer achtwöchigen Verletzungspause bis weit hinein in den März musste der Formaufbau zur Gänze dem eigentlichen Ziel für heuer untergeordnet werden — und das heißt für die 24-Jährige nicht Amsterdam, sondern Rio. Bei den Olympischen Spielen steht die Bühne, auf der Österreichs Leichtathletin des Jahres glänzen möchte.

Wie realistisch das heuer ist, wird sich in Amsterdam zeigen. Bei der EM würden 15:30 Minuten zu einem lockeren Finaleinzug reichen, und diese Marke soll auch fallen. Dann will Wenth noch ein Monat lang am Speed arbeiten, um die nötige Sprinthärte für Rio aufzubauen.

Dort dann als drittbeste Europäerin zu finishen, wäre ungleich mehr wert, als EM-Bronze. Aber in Amsterdam würde Wenth eine Medaille, die sich dort wider Erwarten ergibt, sicher auch nicht liegen lassen.