Erstellt am 16. Mai 2017, 04:59

von Claus Stumpfer

Journalismus aus Fan-Perspektive. Claus Stumpfer über eine gar nicht negative Berichterstattung.

Thomas Wachter zählt zu den Fußballverrückten im positiven Sinn. Wenn er sich die Mühe macht, einen Leserbrief zu verfassen, in dem er sich kritisch zu unserer Fußballberichterstattung äußert, dann verdient er es, sich damit auseinanderzusetzen.

Doch sein Ärger über unsere „negative Berichterstattung“ scheint auf einem Missverständnis zu beruhen. Er übersieht, dass auch wir Journalisten mit „unseren“ Bezirksklubs mitfiebern. Schon aus Eigennutz: Je weiter oben ein Verein spielt, desto größer ist das Interesse der Fans und umso mehr Zeitungen werden verkauft.

Noch wichtiger als dieser ökonomische Gesichtspunkt ist freilich, dass man über die Jahre freundschaftliche Bande mit Funktionären und Spielern knüpft. Daumendrücken ist dann selbstverständlich!

Dass wir von „verlorenen Punkten“ für die Rohrbacher nach dem Spiel in Schrems gesprochen haben, ist gerade hinsichtlich der unverhofft großen Chance den Aufstieg in die 1. Landesliga schaffen zu können, zu verstehen. Das ist kein Schlechtreden des Teams, sondern der Blick auf die Tabelle suggeriert das: „Verlorene Punkte!“ Denn wir hätten uns einfach einen größeren Vorsprung für das „gallische Dorf“ im Meisterschaftsfinish erhofft — als Fans, und weil‘s auch realistisch möglich gewesen wäre.