Erstellt am 15. Februar 2016, 09:31

von Wolfgang Wallner

Von keinem mehr belächelt. Ein Wunderkind wie Marcel Hirscher war Marc Digruber nie. Erst jetzt, mit 27 Jahren, ist der Mitterbacher in der Weltklasse angekommen. Umso süßer schmeckt der Erfolg für den Tiger, den viele schon abgeschrieben hat.

Ein Wunderkind wie Marcel Hirscher war Marc Digruber nie. Erst jetzt, mit 27 Jahren, ist der Mitterbacher in der Weltklasse angekommen. Umso süßer schmeckt der Erfolg für den Tiger, den viele schon abgeschrieben hat.

Warum tust du dir das noch an? Wär‘s nicht besser, die Ski in die Ecke zu stellen? Fragen wie diese musste sich Digruber lange anhören – in den Jahren als wenig lief, in 23 langen Monaten ohne Weltcuppunkt. Als der Slalomspezialist im November ankündigte, er wolle die Slalom-Elite aufmischen, mag mancher mitleidig gelächelt haben. Nur ein Quartal später ist Digruber aus dem rot-weiß-roten Torlaufteam nicht wegzudenken. Bei sechs von sieben Slaloms kam er unter die Top 30 und durfte die heiß begehrten Weltcup-Punkte mitnehmen. Nun gelang dem Mitterbacher in Japan mit Rang fünf sein bestes Resultat überhaupt. Ein wichtiges Signal: Die Niederösterreicher ist nicht nur ein Muster an Konstanz, sondern auch für Podiumsplätze gut.

Digruber ist dort angekommen, wo er immer sein wollte. In der Weltklasse. Nicht mit Pauken und Trompeten wie manch junger Überflieger, sondern mit Stehvermögen und Beharrlichkeit. Hut ab! Heute kann Digruber über jene lachen, die ihn und sein Träume vor wenigen Monaten noch belächelt haben.