Lilienfeld

Erstellt am 03. Januar 2017, 04:22

von Astrid Krizanic-Fallmann

Diözesanarchiv: Handschriften des Stifts digitalisiert. Rund 300 Bände sind künftig online abrufbar. Kanapee als Leihgabe bei Biedermeier-Ausstellung in Wien.

Handschriften, wie dieser Band, den Stiftsarchivarin Irene Rabl zeigt, wurden elektronisch aufbereitet.  |  NOEN, Krizanic-Fallmann

Gut zu Ende gebracht wurde ein Jahresprojekt. Das Diözesanarchiv St. Pölten digitalisierte 2016 alle mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der Stiftsbibliothek und des Stiftsarchivs. „Besonderer Dank gilt dafür Organisator Direktor Thomas Aigner sowie den beiden Ausführenden Eugen Novak und Daniela Teufl für die Zusammenarbeit“, sagt die Lilienfelder Stiftsarchivarin Irene Rabl.

Projektumsetzung seit 2014 

Der ursprüngliche Plan war, nur die in Lilienfeld überlieferten Handschriften aus dem 1782 aufgehobenen Kloster (Klein-)Mariazell bei Altenmarkt an der Triesting für Thomas Aigners Projekt „MCellA – Interdisziplinäre Studien zum ehemaligen Benediktinerkloster (Klein)-Mariazell in Österreich“ elektronisch zu verarbeiten. Dieses fächerübergreifende Vorhaben startete 2014.

Rabl ist Projektmitarbeiterin, sie forscht zur Geschichte der Bibliothek des ehemaligen Benediktinerklosters, da nach dessen Aufhebung dem Stift Lilienfeld (Klein)-Mariazeller Drucke, Handschriften und Wiegendrucke (Inkunabeln) übergeben wurden. „Das Diözesanarchiv bot freundlicherweise an, gleich alle rund 300 Bände zu digitalisieren“, berichtet die Stiftsarchivarin. Die neuzeitlichen Handschriften umfassen beispielsweise Werke aus dem Nachlass von Abt Chrysostomus Wieser und P. Chrysostomus Hanthaler.

Handschriften wurden digitalisiert und werden online zugänglich gemacht

Im vergangenen März wurden die ersten Bände für den Transport nach St. Pölten vorbereitet, die teilweise sehr großen Pergamenthandschriften in Luftpolsterfolie eingeschlagen und in Transportkisten verpackt. Nach der Speicherung brachten Eugen Novak und Daniela Teufl vom Diözesanarchiv die Bände wieder nach Lilienfeld und nahmen die nächste Tranche mit. „Nun sind alle Handschriften digitalisiert und werden in naher Zukunft auch online zugänglich sein“, weiß Irene Rabl.

Zu sehen ist indes eine andere Leihgabe noch bis zum 12. Februar im Unteren Belvedere in Wien. Für die Ausstellung „Ist das Biedermeier? Amerling, Waldmüller und mehr“ wurde ein Kanapee aus der Zeit um 1840 zur Verfügung gestellt. Neben Bildender Kunst ist die Wohnkultur ein Schwerpunkt der Schau. Eine Auswahl von Einrichtungsgegenständen soll auf den Stilwandel vom Biedermeier zum Zweiten Rokoko hinweisen, zusätzlich soll ein Vergleich zwischen den gezeigten Objekten und den in den Gemälden dargestellten Möbeln ermöglicht werden. „Das Stift Lilienfeld ist als einzige Privatsammlung vertreten“, erzählt die Archivarin.