Erstellt am 17. November 2015, 02:53

von Claudia Stöcklöcker

Kurgast drohte: „Ich bringe alle um!“. Ein türkischer Kurgast rastete aus, beschimpfte eine Ärztin und drohte, sie, ihr Kind und das Enkerl zu töten.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
„Das ist eine glatte Lüge!“, entrüstet sich ein 53-jähriger Türke im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Auf der Anklagebank sitzt der Notstandshilfebezieher, weil er eine Ärztin des Kurhotels Salzerbad in Kleinzell bedroht hat.

„Du machst mich gesund, sonst bringe ich alle um“

Weil er mit der Kur-Behandlung nicht zufrieden war, rastete der 53-Jährige aus. „Du machst mich gesund, sonst bringe ich alle um, im Namen Allahs“, soll er der Medizinerin erklärt und dabei auf Fotos ihres Kindes und Enkels gezeigt haben.

Ob es davor schon Probleme mit dem Kurgast gab? „Nonstop“, sagt die Ärztin. Mit den Worten „Du ungläubiges, böses Weib“ habe er sie mehrmals bedacht und „Allah ist alles, Jesus ist Dreck“ geschimpft. „Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich bin halt eine Andersgläubige und denke westlich, und das scheint ein furchtbares Verbrechen zu sein“, erklärt das Opfer.

Angeklagter fasste fünf Monate bedingt aus

Und die Medizinerin weiters: „Ein Polizist hat erzählt, dass er das bei der Exekutive auch gemacht hat. Da hat er auf das Bild des Bundespräsidenten gezeigt und erklärt, dass alle umgehackt gehören. Und zum Hoteldirektor hat er gesagt: ‚Du hast dein Weib nicht unter Kontrolle!‘ Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass er sich überlegen solle, was er sagt.“ Ob sich der Disput auf die anderen Kurgäste ausgewirkt hat? „Sensible haben die schlechte Stimmung schon gespürt und haben sich gefürchtet“, so die Ärztin.

Der Angeklagte bleibt bei seiner Version. „Ales lächerlich, das sind nicht meine Worte, ich bin Atheist“, sagt er. Und dann: „Wenn ich meine Stimme unabsichtlich erhoben habe, entschuldige ich mich.“

Die Richterin verurteilt den bislang Unbescholtenen wegen gefährlicher Drohung zu fünf Monaten bedingt. „Ich glaube der Zeugin, es gibt keinen Grund für falsche Belastung“, sagt sie. Nicht rechtskräftig.