Erstellt am 17. Juni 2016, 04:30

LIMA ist Erfolgsmodell. NGO-Leiterinnen aus dem Kosovo informierten sich bei dem "Best-Practice"-Beispiel in Marktl über Ausbildungen und Integration am Arbeitsmarkt.

 |  NOEN

Bereits seit 20 Jahren setzt sich LIMA für Frauen im Bezirk ein und kann somit auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Das Frauenprojekt ist auf Themen wie Qualifizierung, Weiterbildung und praxisorientierte Beratung spezialisiert. Finanziert wird es aus Mitteln des AMS sowie durch Eigenerwirtschaftung.

Aufgrund dieser langjährigen Tätigkeit besichtigte am Donnerstag der Vorwoche eine Delegation aus dem Kosovo die Einrichtung in Marktl. Shemsije Seferi und Melihate Osmani, Direktorinnen zweier Frauenprojekte, waren in Kooperation mit dem WIFI International für vier Tage in Wien und Niederösterreich, um sich „Best-Practice“-Beispiele zum Thema Frauenförderung in Österreich anzuschauen. „Wir sind sehr stolz, LIMA als eines davon präsentieren zu dürfen“, sagt LIMA-Sozialpädagogin Christine Schmid, welche für Personalentwicklung und Beratung zuständig ist.

„Wir sind sehr stolz, LIMA als eines davon präsentieren zu dürfen“

Besonders von Interesse war die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, die bei LIMA Frauen ohne verwertbaren Lehrabschluss im Nah & Frisch-Lebensmittelbereich absolvieren können. In enger Zusammenarbeit mit dem AMS Lilienfeld wird diese fundierte Ausbildung ermöglicht. Beim Besuchstermin war auch AMS-Geschäftsstellenleiterin Margareta Selch dabei. „Die durchlaufene Berufsausbildung trägt erheblich zur nachhaltigen Integration am Arbeitsmarkt bei“, weiß die stellvertretende LIMA-Geschäftsführerin Gertrude Leodolter.

„Qualität, Zuverlässigkeit sowie fachliche und persönliche Kompetenz"

Auch der Bereich Lohnarbeit interessierte die Vertreterinnen aus dem Kosovo sehr. Hier werden bei LIMA verschiedene ausgelagerte Aufträge von Firmen unter fachkundiger Anleitung von Arbeitsanleiterin Waltraud Berger erledigt. „Qualität, Zuverlässigkeit sowie die fachliche und persönliche Kompetenz wird von unseren Kooperationspartnern seit Jahren geschätzt“, so die LIMA-Verantwortlichen.

Neben den berufspraktischen Bereichen bietet LIMA auch sozialpädagogische Begleitung von Frauen an. „Oft sind es Frauen, denen das Schicksal nicht immer gnädig war, die bei uns Menschlichkeit und kompetente Beratung vorfinden“, betont Sozialpädagogin Christine Schmid.

Sehr ähnlich aufgebaut sind die als NGO geführten Projekte der Kosovarinnen. Auch sie bieten Kurse in verschiedenen handwerklichen Sparten wie Frisöre und Schneidereien für Frauen sowie Sprachkurse in Englisch an. Alle waren sich einig, dass dieses Tätigkeitsfeld aktiver Arbeit nichts an Aktualität verloren hat. „Wir alle haben schon viel geschafft, aber es gibt noch mehr für unsere Frauen und Kinder zu tun“, meinte Shemsije Seferi.