Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:33

von Gabi Zeller und Markus Zauner

Mitgliedermangel: Kapellen fusionieren. Werksmusik- und Marktmusikkapelle St. Aegyd schließen sich zu einem Verein zusammen. Obmann: "Ist gute Lösung für Gemeinde."

Eines der letzten Gruppenfotos, das von der Werkskapelle Roth-Technik entstanden ist: Ab 1. Jänner 2016 ist die Werkskapelle Geschichte. Für St. Aegyds Bürgermeister Rudolf Pfeffer ist die Fusionierung mit der Marktmusikkapelle eine optimale Lösung  |  NOEN, zVg

Gerüchte über eine mögliche Auflösung der 1908 vom damaligen Kapellmeister Johann Zöchling gegründeten Werkskapelle Roth-Technik St. Aegyd machten zuletzt immer wieder die Runde.

Nun bestätigt Ernst Zusner, der Obmann der Werkskapelle, auf NÖN-Anfrage: „Die Fusionierung mit der Marktmusikkapelle wurde intern bereits fixiert und tritt am 1.1. 2016 in Kraft.“

Bemüht um Lösung

Zusner macht kein Hehl aus dem Mitgliedermangel: „Nachdem wir in den letzten Jahren immer Schwierigkeiten hatten, die einzelnen Register zu besetzen, immer Aushilfsmusiker aus unseren Nachbarkapellen ,ausleihen‘ mussten, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, und auch der Altersdurchschnitt in unserer Kapelle bereits an die 50 Jahre angewachsen ist, mussten wir uns um eine Lösung bemühen.“ In den letzten Monaten wurde daher ein Zusammenschluss mit der Marktmusikkapelle ins Auge gefasst. Zusner: „Seitens des Vorstandes der Marktmusikkapelle wurde dies positiv aufgenommen und uns mitgeteilt, dass aufgrund der Kapellengröße das Musikerheim für einen reibungslosen Probenablauf bereits zu klein sei. Eine Übernahme unseres Gebäudes mit einem Probenraum von 100 Quadratmetern und diversen Nebenräumen wäre daher nur zu begrüßen.“

Robert Eder, den Obmann der Marktmusikkapelle, freut die bevorstehende Fusionierung ebenfalls: „Das ist eine gute Lösung für die ganze Gemeinde, es gibt auch nur positive Reaktionen dazu.“

„In Zukunft sind wir eine der mitgliederstärksten Kapellen im Bezirk.“ Ernst Zusner, Obmann der Werkskapelle Roth-Technik St. Aegyd

Firmieren soll die neue Kapelle unter dem Namen „Musikkapelle St. Aegyd“. Zusner: „In Zukunft sind wir eine der mitgliederstärksten Kapellen im Bezirk. Aber nicht nur die Mitgliederstärke ist ausschlaggebend, es wird auch an der musikalischen Weiterentwicklung gefeilt, um in Zukunft im Bezirk eine der ersten Geigen zu spielen.“

Derzeit zählt die Marktmusikkapelle an die 35 Mitglieder, der neue Verein wird künftig aus rund 50 Musikern bestehen.
 


GESCHICHTE

  • 1908: Gründung durch den damaligen Kapellmeister Johann Zöchling. Wegen der Kriegswirren des Ersten und Zweiten Weltkrieges kann der Spielbetrieb nur durch Zusammenarbeit der beiden Ortskapellen aufrechterhalten werden.

  • 1949 übernimmt August Lackner die Werkskapelle, die unter seiner Führung von 18 auf 32 Musiker aufgestockt wird.

  • 1953 konzertiert die Werkskapelle bei der ersten Generalversammlung des NÖ Blasmusikverbandes in St. Pölten. Aufgrund wirtschaftlicher Umstrukturierungsmaßnahmen in den letzten 25 Jahren erhält die Kapelle verschiedene Namen. Die Neueinkleidung mit Bergmannskitteln erfolgt 1971 anlässlich der 175- Jahr-Feier der Böhler-Werke.

  • 1972 erhält die Werkskapelle unter Kapellmeister August Mitterböck den Sonderpreis des Landeshauptmannes für mehrmaliges Erreichen eines ersten Ranges mit Auszeichnung bei Konzertwertungsspielen.

  • Der Stolz der Musikkameraden ist das eigene Musikerheim, das nach dreijähriger Bauzeit 1978 anlässlich des 70-jährigen Bestandsjubiläums der Werkskapelle feierlich eröffnet wird.