Mitterbach am Erlaufsee , Purkersdorf , Perchtoldsdorf , Baden

Erstellt am 12. Februar 2017, 16:36

Todes-Tragödie beim Eisklettern. Während für einen Kletterer jede Hilfe zu spät kam, konnte ein junger Perchtoldsdorfer lebend ins Krankenhaus St. Pölten geflogen werden. Er schwebt jedoch in akuter Lebensgefahr.

zVg

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Dramatische Momente ereigneten sich am frühen Sonntagnachmittag in den Ötschergräben im Bereich „Tormäuer“. Ersten Informationen zu Folge war ein Mann aus Baden gerade dabei, einen Eisfall, der dort von Insidern auch „Bluebox“ bezeichnet wird, hochzuklettern, als plötzlich ein großes Stück wegbrach und den auf diesem Brocken gesicherten Mann in die Tiefe mitriss. Für den Kletterer kam jede Hilfe zu spät, er war sofort tot.

Ein zweiter Hobbysportler, bei dem es sich um einen rund 30-jährigen Perchtoldsdorfer handeln soll, der mit der Sicherung des tödlich Verunglückten beschäftigt war, wurde von dem Eisbrocken unglücklich getroffen und schwerst verletzt. Sofort rückten zahlreiche Mitglieder der Bergrettungstützpunkte Annaberg und Mitterbach sowie die Notarzthubschrauber-Crew von Christophorus 15 an, die die Erstversorgung des jungen Perchtoldsdorfer durchführten. Eine Frau aus Purkersdorf blieb bei der Aktion unverletzt.

Der Schwerverletzte musste anschließend per Tau gerettet und in kritischem Zustand ins Universitätsklinikum Sankt Pölten geflogen werden. Laut einem Retter besteht akute Lebensgefahr. Nun ermittelt die Polizei die genaueren Unfallhintergründe.

„Eiskletterunfälle sind auch für die Bergretter immer eine große Herausforderung, gerade an Tagen wie heute, wo bereits teilweise das Tauwetter einsetzt und man besonders aufpassen muss, dass man sich nicht selbst in Gefahr begibt“, sagt der Mitterbacher Bergrettungsortsstellenleiter Paul Größbacher, der bei diesem Unfall Einsatzleiter war. Elf Mann seiner Ortsstelle und vier Kameraden der Bergrettung Annaberg waren gemeinsam mit der Alpinpolizei, der örtlichen Polizei und dem Notarzthubschrauber-Team vor Ort.  „Die Zusammenarbeit unter den Rettungskräften hat bestens funktioniert“, betont er.

Bei diesem Unfall handelt es sich um den dritten Alpinunfall innerhalb weniger Wochen auf der Kletterroute „Blue Box“. Die NÖN wollte wissen, warum gerade hier  sich die Unfälle so häufen. Größbacher meint, dass „allgemein das Eisklettern immer populärer wird und somit auch die Route der ,Blue Box‘ bekannter wird.“ Aufgrund steigender Nutzung der Route würden sich dann auch die Zwischenfälle hier häufen.