Erstellt am 03. August 2016, 05:33

von Markus Zauner

„Bis jetzt 5.152 Lift-Besucher“. Geschäftsführer Wolfgang Labenbacher über die Wandersaison und das Biken sowie die Zukunft des Muckenkogel-Liftes.

Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher steht seit fast 22 Jahren als ehrenamtlicher Lift-Geschäftsführer im Einsatz.  |  Zauner

NÖN: Wie läuft die aktuelle Wandersaison am Muckenkogel?
Wolfgang Labenbacher: Die Besucherzahlen beim Lift — von Ende April bis 31. Juli wurden 5.152 Tageseintritte gezählt — haben sich heuer gegenüber 2015 stark verbessert, obwohl das Wetter nicht immer mitgespielt hat. Befördert wurden in diesem Zeitraum 4.898 Personen auf den Berg und 3.488 ins Tal. Gerade Wochenenden und Feiertage waren zum Teil leider verregnet. Saisonkarten wurden einige mehr verkauft.

Welcher Lift-Abgang steht derzeit zu Buche?
Aus der Buchhaltung ergibt sich ein vorläufiger Verlust per Ende Juni von rund 30.000 Euro exklusive Abschreibungen, im Vorjahr waren es vergleichsweise rund 85.000 Euro inklusive Abschreibungen, da viel investiert worden ist. Die Umsatzerlöse von Mai bis Juni sind um 123,23 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Die Personalkosten und sonstige Kosten sind in etwa gleich geblieben, die Raumkosten gesunken.

Wie lange kann sich die Stadt die defizitäre Bergbahn noch leisten?
So lange der Gemeinderat dazu seine Bewilligung gibt. Der Sessellift ist in einwandfreiem technischen Zustand. Die gesamte Anlage und die Trasse werden von Betriebsleiter Thomas Sacher und seiner Crew vorbildlich gepflegt und gewartet. Ich selbst leiste meinen Beitrag seit nunmehr bald 22 Jahren als ehrenamtlicher Geschäftsführer.

„Die Besucherzahlen beim Lift haben sich heuer gegenüber 2015 stark verbessert, obwohl das Wetter nicht immer mitgespielt hat.“

Geschäftsführer Wolfgang Labenbacher

Stichwort Mountainbiketourismus: Wie zufrieden sind Sie mit der neuen Strecke auf den Muckenkogel?
Die Strecke wird gut angenommen. Sie hat doch fast 1.000 Höhenmeter zu bieten und ist einfach attraktiv. Erfreulich finde ich, dass die Fair-Play-Regeln zum überwiegenden Teil eingehalten werden. Die besonnenen Mountainbiker wollen keine Probleme mit den Grundeigentümern oder der Jagd. Sie möchten ihren Sport in Ruhe ausüben können und wissen, dass es Regeln gibt. Nach einigen Starkregenereignissen ist die Straße von der Forstdirektion des Stiftes Lilienfeld wieder hergerichtet worden. Die Gemeindearbeiter haben kleinere Gefährdungsbäume entlang der Höhenstraße und der Forststraße entfernt, die Facharbeiter des Stiftes die großen umgeschnitten. Diese Maßnahme wurde bei der vertraglich festgelegten Begehung mit Förster Joachim Brocza, Johannes Gravogl und mir erarbeitet.

Wo besteht in nächster Zeit am Berg der größte Handlungsbedarf?
Das Projekt der Abwasserentsorgung ruht derzeit. Im Herbst erfolgt eine Neuausschreibung für eine gemeinsame Kläranlage mit Kanalsystem für den Muckenkogel und die Kolmstraße. Die erste Ausschreibung hat wegen des vorgegebenen großen Zeitdruckes kein befriedigendes Ergebnis gebracht. Bis dahin sollte auch geklärt sein, ob der Gebirgsverein mit der Lilienfelder Hütte beim Projekt dabei ist.

Was sind die nächsten Veranstaltungen am Muckenkogel?
Das Bergfest am Sonntag, 4. September, organisiert von Stadtrat Christian Buxhofer und seinem Lilienfelder Wirteteam, wird wieder der Höhepunkt sein. Die Sportunion Lilienfeld bringt dazu den Familiensporttag des Sportlandes Niederösterreich auf den Muckenkogel. Abwechslungsreiche Stationen, von Profis des Sportlandes betreut, werden für das Bergfest eine Bereicherung sein. Dazu findet auch die Verlosung der Preise der Saisonkartenkäufer statt.