Erstellt am 17. März 2016, 14:34

von Markus Zauner und Gabi Zeller

Nachfolger Mangelware: Drei Gasthäuser suchen Betreiber. Kein Interessent in Kernhof bei Gnedt-Versteigerung, zwei Gscheid-Wirtshäuser auch zu haben.

Nach insgesamt 32 Jahren als Wirtin im Alpengasthaus Gruber am St. Aegyder Gscheid möchte Christine Gruber dieses nun zur Weiterführung in jüngere Hände legen.  |  NOEN, zVg

Anfang 2014 schloss der Gasthof Gnedt in Kernhof seine Pforten. Seither wird vergeblich ein Käufer gesucht. Auch die im Zuge des Konkursverfahrens beantragte Versteigerung verlief nun mangels Nachfrage ergebnislos. Es kam kein einziger Bieter, bestätigt Rechtsanwalt Kurt Weinreich, der zuständige Masseverwalter.

Weinreich spricht auf NÖN-Anfrage allerdings von einem Interessenten an der Liegenschaft. Er werde daher versuchen, den ehemaligen Gasthof außergerichtlich zu veräußern, so der Masseverwalter. Rätselraten herrscht freilich auch bei Bürgermeister Rudolf Pfeffer, wer der besagte Interessent ist. „Die Gemeinde kann den Gasthof nicht kaufen“, betont der St. Aegyder Ortschef. An einer Wiederbelebung des einstigen Gasthofes sei die Kommune hingegen sehr interessiert.

„Für mich ist die Sache abgehakt.“ SLC-Chef Herbert Eder

SLC-Chef Herbert Eder winkt auf NÖN-Anfrage ab, noch einen Versuch zu starten, um die Liegenschaft zu erwerben: „Für mich ist die Sache abgehakt.“ Eders Plan, im Alt-Gasthof Gnedt insgesamt 20 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten, war im Juni des Vorjahres (wie berichtet) am Widerstand von Gemeinderat und Bürgern gescheitert.

Kommt es laut Weinreich zu keiner Einigung mit dem unbekannten Interessenten, werde er die nächste Versteigerung beantragen. Ein Sachverständiger hat die zum Erwerb stehende Liegenschaft in Kernhof, auf welcher sich außerdem die schon vor dem Gasthof Gnedt geschlossene Fleischhauerei befindet, mit rund 370.000 Euro bewertet. Ein ebenfalls dazugehörender Parkplatz vor dem ehemaligen Bahnhof Kernhof wurde auf 10.000 Euro geschätzt.

Beliebte Stationen für die Wallfahrer

Schauplatzwechsel auf das Gscheid: Nachfolger werden hier für die beiden Gasthäuser gesucht, sie stehen wegen nahender Pensionierung der Eigentümer zum Verkauf. „Es liegt mir sehr am Herzen, dass unser Gasthaus geöffnet bleibt und hoffe, dass wir ein Ehepaar finden, das in unserem Sinne weitermacht, sodass Wallfahrer auf dem Weg nach Mariazell weiter hier übernachten können und verpflegt werden“, sagt Gerold Raffinger. Er führt mit seiner Gattin Helga seit 21 Jahren das „Gasthaus am Gscheid“.

Einheimische, Wanderer, Biker auch Zielgruppen

Mit Ende des Jahres möchte auch die Chefin des Alpengasthofes Gruber, Christine Gruber, ihren Ruhestand antreten. Mit 28 Betten im Haus und 40 Lagerbetten ist das Gasthaus ebenfalls speziell auf Wallfahrer ausgerichtet. „Diese sind unser Hauptgeschäft, aber man sollte nicht die Einheimischen, Biker und Wanderer vergessen. Seit Bestehen des Radweges boomen auch die Radfahrer, wobei die E-Biker, die bei uns gratis ihre Elektrofahrräder aufladen können, immer mehr zunehmen“, informiert Christine Gruber.