Erstellt am 07. Dezember 2015, 08:03

von Gila Wohlmann

Turnen für Flüchtlinge. ASKÖ Traisen lädt Einheimische wie neue Mitbürger aller Länder unter dem Motto „Bewegung & Begegnung“ zur sportlichen Betätigung für ein besseres Miteinander.

Khaled Said, Paul Hemmelmayr, Anas Said, Simon Tischhart und Patrick Edlinger (von links) freuen sich über Mitturner.  |  NOEN, Wohlmann

„Ich fühle mich nicht verpflichtet. Es ist einfach ein Angebot, das genutzt werden kann“, sagt Paul Hemmelmayr.
Gemeinsam mit Monika Liegle steht er an der Spitze des ASBÖ Traisen. Jetzt lässt er mit einem ganz besonderen Angebot aufwarten: Turnen für Flüchtlinge. Das Motto: Bewegung und Begegnung. „Mitmachen kann jeder, der möchte, egal, ob er nun Asylwerber ist oder sich einfach so sportlich betätigen möchte“, erläutert Hemmelmayr, selbst Psychotherapeut.

Die Idee kam ihm nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Flüchtlingsströme. „Wir können unsere Vereinstruktur des ASKÖ nutzen und so diesen Menschen die Integration erleichtern“, sagt er und hofft auf mehr Interessenten, sowohl von Einheimischen als auch neuen Mitbürgern. „Das Turnen ist offen für Männer und Frauen“, so Hemmelmayr, der sich freut, dass bereits syrische wie irakische Männer teilgenommen haben. Kurz Interesse gezeigt hätte auch eine somalische Frau, sie hat sich aber dann leider, so Hemmelmayr, „nicht getraut, mit den Männern zu turnen“.

Umso wichtiger sei es, mehr Teilnehmer beider Geschlechter möglichst vieler Länder zum Mitturnen zu motivieren. Für bessere Kommunikation und Übersetzung ins Arabische sorgt der 28-jährige Anas Said, Palästinenser, der aus Syrien geflüchtet ist. Vor dem Krieg hat er als Sportlehrer gearbeitet.
Das Turnen in Traisen ist jeden Mittwoch von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Volksschule. Gesucht werden Freiwillige, die die Teilnehmer aus anderen Gemeinden abholen.