Erstellt am 15. Februar 2016, 08:00

von Markus Zauner

NÖGKK-Initiative: Diabetikerbetreuung wurde optimiert. Sieben „Therapie-Aktiv“-Ärzte kümmern sich im Bezirk um Zuckerkranke.

Servicecenter-Leiterin Martina Schweidler, Arzt Wolfgang Egger, Barbara Tod und Arzt Helmut Dultinger (v. l.) sind vom Programm »Therapie-Aktiv« überzeugt. Foto: Bernd Goldhahn/NÖGKK  |  NOEN, Bernd Goldhahn/NÖGKK

Im Bezirk Lilienfeld leiden annähernd 1.500 Menschen an Typ-2-Diabetes, Tendenz steigend. Bestmögliche ärztliche Behandlung und Betreuung aller Betroffenen soll das Gesundheitsprogramm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) bringen, das nun auch im Bezirk Lilienfeld ausgebaut wurde.

Sieben Mediziner (siehe unten) sind in Lilienfeld, Hainfeld, St. Veit, Kleinzell und Türnitz mittlerweile dabei.

Vereinbarung von Zielen soll motivieren

Diese „Therapie-Aktiv“-Ärzte sorgen dafür, dass neben regelmäßigen Augenkontrollen, Fußuntersuchungen und Bestimmungen des Blutzuckerlangzeitwerts HbA1c auch ein jährliches, individuelles Gespräch mit den Patienten geführt wird. Die zuckerkranken Menschen erhalten eine detaillierte Diabetesschulung, Info-Material, Handbuch und DVD.

Zudem werden die Diabetiker durch die Vereinbarung von Zielen gemeinsam mit ihren Ärzten motiviert, aktiv an ihrer Therapie mitzuhelfen. Die Patienten beeinflussen so den Behandlungserfolg und helfen mit, schwerwiegende Diabetes-Folgeerkrankungen, wie Fußamputationen oder Erblindungen, zu vermeiden, weiß Lilienfelds NÖGKK-Servicecenter-Leiterin Martina Schweidler.

Ihr Resümee: „Das strukturierte Behandlungsprogramm, gepaart mit dem Know-how der Patienten, wie sie mit Diabetes und den Folgen richtig umgehen müssen, hat viele positive Auswirkungen.“


Fakten zu „Therapie Aktiv“

  • Teilnehmer: Im Bezirk beteiligen sich Merten Gareiß und Richard Friewald in Lilienfeld, Wolfgang Egger und Helmut Dultinger in Hainfeld, Anton Groihofer in Kleinzell, Martin Feistritzer in St. Veit und Ludwig Demetz in Türnitz.

  • Studie beweist Erfolg: Die Erfolge von „Therapie Aktiv“ bewies im Vorjahr auch eine Studie der Medizinischen Universität Graz: Im Programm betreute Diabetiker waren im Durchschnitt 2,3 Tage weniger im Spital als Zuckerkranke, die nicht an „Therapie Aktiv“ teilnahmen. Nach vier Jahren Programmteilnahme war auch ein Unterschied bei der Sterblichkeit festzustellen: Während in der Gruppe der „Therapie-Aktiv“-Patienten 3,2 Prozent verstarben, waren es in der Kontrollgruppe, die nicht am Programm teilnahm, 4,9 Prozent.

  • Weitere Fakten zum Programm: „Therapie Aktiv“ schließt außerdem ein Bewegungsprogramm mit ein. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos.