Erstellt am 15. März 2016, 04:34

von Markus Zauner

Nur Minderheit für Klage gegen Radlerin. Verfechter und Gegner des Mountainbikens liefern sich Schlagabtausch. Voting zur neuen Unterlassungsklage endet eindeutig. LILIENFELD / 

Auf der beschilderten Haupt-Forststraße des Muckenkogels darf auch heuer wieder geradelt werden. Wer abseits der freigegebenen Route mit dem Mountainbike fährt, muss -- wie eine Wienerin -- aber weiter mit einer Unterlassungsklage von Jagdpächter Rudolf Gürtler rechnen.  |  NOEN, NÖN & Shutterstock/gorillaimages

Hohe Wellen schlägt der vorwöchige NÖN-Bericht über die neue Unterlassungsklage von Rudolf Gürtler. Auf Betreiben des Jagdpächters muss diesen Mittwoch eine Wienerin vor Gericht, weil sie am Muckenkogel abseits der freigegebenen Haupt-Forststraße mit dem Mountainbike unterwegs war.

Befürworter und Gegner des Radelns am Berg liefern sich vor dem bevorstehenden Prozess Wortgefechte. Unwirsch etwa ein Jäger in einem E-Mail an die NÖN: „Da wird eh schon eine Strecke freigegeben und dann fahren diese Mountainbiker-Tölpel noch immer irgendwo herum. Jeder Einzelne, der erwischt wird, sollte am besten lebenslanges Mountainbikeverbot bekommen.“

Süffisant wiederum ein Kommentar auf NÖN-online: „Mit dem Radl auf einer Forststraße fahren. So was Schreckliches muss ordentlich bestraft werden. Ich fordere zusätzlich zu den 15.000 Euro eine unbedingte Haftstrafe und öffentliche Auspeitschung.“

„Biker die Bösen, so ein Schwachsinn“

Gemäßigter das Statement eines anderen Users: Radler, wie die beklagte Wienerin, seien „genau diejenigen, die das Radfahren, egal ob auf der Straße oder eben auch im Gelände, immer wieder in die Kritik bringen. Sie sind es, die meinen, für Radfahrer gibt es keinerlei Regeln.“

Jäger- und forstwirtekritisch ein weiteres Posting: „Dafür fährt die Forstwirtschaft mit 40 Tonnen schweren Baumvollerntern in den Wald ein und die Jäger verpesten mit ihren SUV grad auch noch die Waldluft. Aber die Biker sind die Bösen, so ein Schwachsinn.“ Und eine NÖN-Leserin erinnert an die aktuelle Gesetzeslage: „Der Wald darf zu Erholungszwecken von jedermann betreten werden. Aber zu Fuß. So sollte es, ausgenommen vereinbarte Wege, auch bleiben.“

Eindeutig endete das aktuelle Online-Voting der NÖN zum Thema. Die Frage „Biken: Haben Sie Verständnis für die Unterlassungsklage?“ beantworteten 28 Prozent der User (300 Stimmen) mit „Ja, wer nicht auf der geöffneten Strecke fährt, muss mit Konsequenzen rechnen“. 72 Prozent (764 Stimmen) waren der Meinung: „Nein, alle Wege sollten für das Mountainbiken freigegeben werden.“