Erstellt am 31. Mai 2016, 04:04

ÖVP: Vizeortschef wird auch Amtsleiter. VP-Chef Michael Wurmetzberger tritt Stelle mit November an. "Schmierenkomödie", ätzt FP-Mandatar Hafenecker.

Von der Sparkasse ins Gemeindeamt wechselt Michael Wurmetzberger.  |  NOEN, Manuela HORNY
Die Nachfolge von ÖVP-Bürgermeister Michael Singraber nimmt seinen Lauf. Am vergangenen Dienstag wurde in der Gemeinderatssitzung Vizeortschef Michael Wurmetzberger (ebenfalls ÖVP) zum Amtsleiter bestimmt. Er folgt ab 1. November als Vollzeit-Beschäftigter Singraber nach, der bis jetzt nur 20 Stunden in dieser Funktion tätig war.

„Ich bin mir sicher, dass Wurmetzberger die Aufgaben des Amtsleiters zur vollsten Zufriedenheit erfüllen wird und wünsche ihm viel Erfolg und alles Gute“, sagt der Kaumberger Bürgermeister. Neue Ideen und Ziele umsetzen, will wiederum der frisch Bestellte. „Ich möchte ein Amtsleiter für alle Bürger sein“, meint Wurmetzberger, welcher sich für das „Vertrauen und die Zustimmung des Gemeinderats“ bedankt.

„Unser Vizebürgermeister engagiert sich seit seiner Jugend in verschiedenen Vereinen und seit 2010 auch in der Gemeindepolitik“, lobt ÖVP-Gemeinderat Harald Sörös. Für ihn unverständlich ist daher, dass „gerade dieses Engagement für die FPÖ Grund genug war, gegen Wurmetzberger zu sein“.

Ganze VP-Fraktion war befangen

Die Nominierung hätten die Freiheitlichen deshalb abgelehnt, weil „wir einen Gewissenskonflikt sehen“, begründet FPÖ-Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker, der in seiner Heimatgemeinde geschäftsführender Gemeinderat ist.

Wurmetzberger sei nun ÖVP-Chef, Amtsleiter und Vizebürgermeister mit der Option, Singraber an der Spitze der Kommune abzulösen. „Ich frage mich, wie er mit sich selbst eine Probezeit ausmacht und ob er sich selbst entlässt, wenn er mit sich nicht zufrieden ist“, ätzt Hafenecker.

„Ich bin auch gespannt, wie man sich das vorstellen muss, wenn er bei sich selbst Urlaub beantragt oder gegen sich selbst bei Notwendigkeit disziplinäre Maßnahmen setzt.“ Umgekehrt stellt sich für Hafenecker die Frage, ob die Nominierung „diesmal überhaupt rechtlich gedeckt war. Eigentlich war die ganze VP-Fraktion befangen, immerhin stimmten sie über ihren Chef ab, der hinkünftig entscheidet, wer, wo und wie auf Wahllisten gereiht wird“.

"Wurmetzberger hat eine ausgezeichnete Weiterbildung"

Und der Blaue legt noch ein Schäuferl nach: „Alles in allem hat die VP bereits im Bewerbungsverfahren eine Schmierenkomödie der ersten Ordnung hingelegt, die Ausschreibungsunterlagen trotz ursprünglicher Vereinbarung nicht mit uns abgesprochen und auf Wurmetzberger zugeschnitten. Allen anderen Bewerbern, inklusive uns, hat man nur Zeit gestohlen.“

„Wurmetzberger war der einzige Kaumberger Bewerber“, hält Sörös dagegen. Als Filialleiter der Sparkasse Kirchberg habe er als Vorgesetzter von sechs Mitarbeitern sowohl seine Führungskompetenz, als auch sein Durchsetzungsvermögen und seine Motivationsfähigkeit unter Beweis gestellt.

„Außerdem verfügt er über ausgezeichnete EDV-, Büro- und Buchhaltungskenntnisse und kann mehrere Weiterbildungen im Bereich des Kommunalmanagements vorweisen“, ergänzt VP-Gemeinderat Sörös.