Erstellt am 23. August 2016, 05:14

von Claus Stumpfer

„Geschenktes“ Finale für Wenth. Nach einer Behinderung im Vorlauf weit abgeschlagen, durfte die 25-jährige Kaumbergerin doch im 5000-m-Finale ran und holte Rang 16.

 |  APA, Fohringer

Leichtathletin Jennifer Wenth hat bei den Olympischen Spielen in Rio am Freitag im Finale über die 5000 Meter den 16. Platz belegt. Dass sie überhaupt am Finale teilnehmen durfte, verdankt sie einer Juryentscheidung. Nachdem im Vorlauf zwei Läuferinnen vor ihr gestürzt waren, wurde sie dadurch behindert, und landete abgeschlagen am Ende des Feldes. Die Behinderung wurde aber als schwerwiegend genug von der Jury gewertet, um ihr die Finalteilnahme zu „schenken“, wie Wenth selbst meinte.

Der 25-jährigen Kaumbergerin kostete daher die Teilnahme auch einiges an Überwindung, schließlich war auch ihr bewusst, dass sie in sportlicher Hinsicht niemals ins Finale gekommen wäre. „Und ich bin Sportsmensch genug, dass ich mir darüber schon Gedanken mache“, erklärte sie. „Meine Performance war nicht so, wie letztes Jahr“, sagte die WM-15. von Peking 2015.

Letztlich doch froh

Letztlich war Wenth aber doch froh, die Herausforderung angenommen zu haben. „Ich danke meinem Umfeld und der ÖOC-Delegation, dass sie mir so zugesprochen haben und hinter mir gestanden sind“, war für sie der 16. Platz im Finale auch eine Genugtuung. „Es war mir schon wichtig, nicht ganz als Letzte ins Ziel gekommen zu sein“, war endlich auch wieder ihr Lächeln zu sehen. „Die Herausforderung des heutigen Rennens schien in den letzten Tagen für mich zeitweise unüberwindbar und nun bin ich einfach nur dankbar, dass ich das wohl schwierigste und auch größte Rennen meiner bisher sportlichen Karriere laufen durfte“, hat sie die Atmosphäre im Stadion auch genießen können.

„Dieses Erlebnis werde ich wohl länger nicht vergessen“, freut sie sich nun auch schon wieder nach einer kurzen Saisionpause wieder ins Training einzusteigen, um für Tokio 2020 zu trainieren. „Denn dort will ich dann mit den schnellen Mädls bis zum Schluss mithalten können“, hat sie der Ehrgeiz jetzt erst so richtig gepackt.