Annaberg

Erstellt am 05. Juli 2016, 05:47

von Markus Zauner

Lift-Verkauf ist gescheitert. Kein Investor gefunden. Lift-Anlagen stehen vor Rückbau, Investitionspaket für Reidl-Lifte als Ersatz.

Der Doppelsessellift Pfarrboden ist aus Sicht des Landes nicht rentabel.  |  NOEN, Heidlmaier

Jetzt ist es offiziell: Die Angebotsfrist, die Pfarrboden-Lifte vom Land Niederösterreich um einen Euro zu erwerben oder einen Käufer durch die Gemeinde zu benennen, ist mit 30. Juni, 23:59 Uhr, ungenutzt verstrichen. Damit steht fest, dass die laut landeseigener Niederösterreichischer Bergbahnen–Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (NÖ-BBG) wirtschaftlich nicht tragfähigen Pfarrboden-Lifte in den nächsten Wochen rückgebaut werden.

Der Gemeinderat hatte am Mittwoch einstimmig das Kaufangebot zurückgewiesen. Den Pfarrboden als isolierten Betrieb zu führen, wäre mit hohen Investitionskosten verbunden und damit für Annaberg als Abgangsgemeinde nicht finanzierbar, liefert Zeh den plausiblen Grund. Gespräche mit einem am Kauf interessierten Privatinvestor hätten sich zuletzt ebenfalls zerschlagen, bestätigt Zeh. Ihr Resümee: „Es ist für Annaberg natürlich schwer, sich von einem Teil seiner Geschichte, dem Pfarrbodenlift, zu verabschieden.“ Nach den getroffenen Entscheidungen gelte es nun, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Zeh: „Deshalb wird sich die Gemeinde Annaberg im Sinne des Ortes und seiner Gäste auch weiterhin bei der touristischen Umfeldentwicklung einbringen. Die intensive Mitarbeit wurde uns dabei auch von allen Betrieben zugesichert.“

Bohuslav: „Skigebiet mittelfristig absichern“

Gleichzeitig mit dem in den nächsten Wochen anstehenden Rückbau der Pfarrboden-Lifte soll der Startschuss für das vom Land zugesagte Investitionspaket bei den Annaberger Reidl-Liften erfolgen. „Wir wollen das Skigebiet Annaberg mittelfristig absichern. Daher ist es notwendig, unsere Kräfte zu konzentrieren und die Pfarrboden-Lifte zu schließen. Wir werden jetzt mit den versprochenen Investitionen starten, die ersten baulichen Maßnahmen werden schon in den kommenden Wochen erfolgen“, erklärt Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav.

„Es ist für Annaberg natürlich schwer, sich von einem Teil seiner Geschichte, dem Pfarrbodenlift, zu verabschieden.“ Bürgermeisterin Petra Zeh

NÖ-BBG-Geschäftsführer Markus Redl ergänzt: „Wir wollen die Region touristisch weiterentwickeln, das haben schon die Investitionen in den vergangenen Jahren gezeigt. Auch dieses Mal stehen wir zu unserem Wort und investieren bei den Annaberger Liften in das höher gelegene Skizentrum Reidl-Lifte insgesamt 1,2 Millionen Euro – sowohl in die Schlagkraft der Beschneiungsanlage als auch in Kooperation mit dem Landesskiverband Niederösterreich in eine neue Trainings- und Rennstrecke. Die Strecken werden daher in den nächsten Wochen errichtet und können bereits in der kommenden Wintersaison genutzt werden.“

Zusätzlich unterstützt ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, die Gemeinde Annaberg über die Regionalberatung. Aufbauend auf bereits länger laufenden Maßnahmen der touristischen Umfeldentwicklung soll die zukünftige Positionierung des Ortszentrums gemeinsam mit den Inhabern der Tourismusbetriebe sowie den Annaberger Meinungsbildnern erarbeitet werden, heißt es. „Im Sinne einer Klimaanpassungsstrategie ist es ein Gebot der Stunde, den ganzjährigen Tourismus zu forcieren. Mit dem Investitionspaket bei den Annaberger Liften und der intensiven Begleitung hin zu ganzjährigen Produkten und Angeboten schauen wir nicht länger in die Vergangenheit, sondern richten unseren Blick nach vorne. Damit geben wir der Region eine klare Perspektive“, so Bohuslav.

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