Mariazell

Erstellt am 22. September 2016, 17:57

Medizinisches System geändert. Ab 1. Oktober ist Gesundheitszentrum im ehemaligen LKH Mariazell in Betrieb. Dieses leitet der Türnitzer Patrick Killmaier.

Über die künftige medizinische Versorgung im Mariazellerland informierten die Geschäftsführer Bernd Leinich und Michael Koren vom Gesundheitsfonds Steiermark, Ärztekammer-Vizepräsident Jörg-Detlev Garzarolli-Thurnlackh, Landesrat Christopher Drexler, Bürgermeister Manfred Seebacher, Allgemeinmediziner Patrick Killmaier, GKK-Obfrau Verena Nussbaum und KAGES-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg (v. l.).  |  Josef Kuss

Bei einem Informationsabend am vergangenen Donnerstag im vollen Raiffeisensaal wurde den knapp 400 anwesenden Bürgern das neue Modell der medizinischen Primärversorgung vorgestellt.

Am Standort des früheren LKH Mariazell, in dem zuletzt nur noch eine Ambulanz in Betrieb war, entsteht mit 1. Oktober ein vorläufig auf zwei Jahre anberaumtes Gesundheitszentrum. Dort betreut ein Team von vier Medizinern, ergänzend zu den niedergelassenen Hausärzten des Mariazellerlandes, die Patienten abwechselnd von Dienstag bis Sonntag, 9 bis 19 Uhr. Außerdem sollen Physiotherapeuten, Psychologen und Ernährungsberater mit eingebunden werden. Die Ärzte betreiben diese Praxis mit Unterstützung der Steirischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGES), der Steirischen Gebietskrankenkasse (GKK) und des Gesundheitsfonds Steiermark. Die Leitung hat der Türnitzer Wahlarzt, Lilienfelder Notarzt und Bezirksstellenleiter des Rotes Kreuzes Traisental, Patrick Killmaier, inne.

Landesrat würdigt das große Engagement

„Die Steirerinnen und Steirer sollen länger gesund leben und älter werden, als der Rest der Welt, ist mein erklärtes Ziel im Zusammenhang mit dem Gesundheitsplan 2035, dessen Eckpunkte im Rahmen der Gesundheitskonferenz im Juni dieses Jahres präsentiert wurden“, sagte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler. „Nun ist es so weit, dass das Pilotprojekt auf Schiene ist und in Umsetzung gehen kann“, zeigte er sich erfreut über die Initiative und dankte allen Partnern, die das Zustandekommen des Projekts ermöglicht haben.

„Mein besonderer Dank gilt dem zukünftigen Leiter des Gesundheitszentrums Mariazell, Patrick Killmaier, der mit großem Engagement und überzeugender medizinischer Expertise sowie dem nötigen Feingefühl für die Bevölkerung wesentlich zum Gelingen beigetragen hat“, betonte Drexler.

Auch Bürgermeister Manfred Seebacher ist erleichtert, dass nun eine Lösung gefunden werden konnte. „Ich bedanke mich bei Landesrat Drexler für seinen Einsatz für unsere Region. Er hat Wort gehalten und nun umgesetzt, was er uns gleich nach seinem Amtsantritt versprochen hat: eine neue, in die Zukunft gerichtete medizinische Versorgung, die beispielgebend für andere steirische Regionen sein könnte“, merkte Seebacher an.

Mit dem neuen Angebot, dessen Leistungsspektrum auch Radiologie, Blutlabor, Ultraschall, EKG und eine kleine Chirurgie inklusive Verbandsversorgung umfasst, hätte die Mariazeller Bevölkerung laut Landesrat Drexler einen gesicherten Zugang zum Gesundheitssystem. Außerhalb der Ordinationszeiten steht in der Nacht ein sogenannter Telefonarzt zur Verfügung. „Dieser bietet den großen Vorteil, dass die Patientinnen und Patienten durch das Wählen der Nummer 141 passgenau jene medizinische Leistung erhalten, die sie brauchen – egal, ob in der Stadt oder im alpinen Seitental“, erklärt Drexler.

Notarztstützpunkt bleibt weiterhin aufrecht

Neu organisiert wird mit Oktober auch das Visitenarztsystem. Darüber hinaus ist bei Notfällen eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch den Notarztstützpunkt vor Ort sicher gestellt. Zusätzlich soll die Möglichkeit des Einsatzes von Notarzthubschraubern – Stichwort Nachtflüge – ausgebaut werden.

„Mit diesem österreichweit einzigartigen und innovativen Pilotprojekt wollen wir nicht nur einen neuen Weg in der Gesundheitsversorgung beschreiten, sondern zeigen, wie ein ‚Mehr an Versorgung in Zeiten von weniger‘ gelingen kann“, meint Landesrat Christopher Drexler. Die Diskussion in Mariazell habe für ihn gezeigt, „dass die Bevölkerung offen für Neues und bereit ist, dem Projekt eine Chance zu geben. Dies stimmt mich sehr positiv, auch was die weiteren Überlegungen zum Gesundheitsplan 2035 anlangt“, so Drexler.