Lilienfeld

Erstellt am 19. Juli 2017, 14:51

von Markus Zauner

Großbaustellen im Stift . Durchfahrt-Sanierung hat letzte Woche begonnen, auch Fassadenerneuerung läuft auf Hochtouren.

Die aktuelle Baustelle im Stift Lilienfeld mit dem eingerüsteten Nordturm und einem Teil der bereits im Vorjahr sanierten Fassade.  |  NOEN, privat

Spektakulär war der Unfall Anfang November 2016: Beim Abtransport von Holzskulpturen des Mitteleuropa-Zyklus hatte der Lkw-Fahrer den am Laster montierten Kran etwas zu wenig eingefahren. Eine Kollision mit dem geschichtsträchtigen Torbogen beim Stift Lilienfeld folgte, woraufhin durch die Wucht des Anpralls die gesamte Stahlkonstruktion, zwei Säulen und der Querträger herausgerissen wurden.

Letzte Woche erfolgte der Startschuss für die Sanierung der Durchfahrt zum Stiftsparkplatz, die um 10 bis 15 Zentimeter breiter als bisher ausgeführt wird. Überdachung gibt es künftig keine mehr. „Die Arbeiten sollten bis Ferienende abgeschlossen sein“, schildert Pater Raymund Vidonya, der Hauptökonom und Bauamtsleiter des Stiftes.

„Die Arbeiten sollten bis Ferienende abgeschlossen sein.“ Pater Raymund Vidonya zur Torbogen-Sanierung

Voll im Gange ist auch die zweite Etappe der Fassaden- und Dachsanierung im Stift Lilienfeld, die mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt wurde. Im Bereich des Nordtraktes, des Nordturmes sowie des Prälatenhofes stehen an den Fassaden Putz- und Natursteinsanierungsarbeiten sowie die Neuherstellung aller Fenster als Holzkastenfenster am Programm. Schadhafte Holzteile in den maßgeblichen Dachstuhlbereichen und das Kupferdach über dem Nordturm müssen zudem ausgetauscht werden. Und: Die Nordseite des Prälatenhofes gilt es nach einer Dachstuhlsanierung neu einzudecken.

Die NÖ Landesregierung hat auf Initiative von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner für die zweite Etappe nun eine Förderung aus den Mitteln der Denkmalpflege in der Höhe von 377.700 Euro beschlossen. „Neben seiner spirituellen Bedeutung ist das Stift Lilienfeld auch ein hervorragendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst in Österreich. Die Kostenbeteiligung des Landes Niederösterreich soll die substanzielle Erneuerung einer der größten zisterziensischen Klosteranlagen Mitteleuropas sicherstellen“, begründet Mikl-Leitner die Finanzspritze.