Erstellt am 21. Dezember 2015, 10:55

von Alex Erber

Prozess: Bursche (18) gestand brutalen Missbrauch. Opfer ist erst 13. Jungvater leugnete hartnäckig, räumte die Tat aber schließlich ein. Rechtskräftiges Urteil: zwei Jahre bedingt.

Total verdreckte Turnschuhe, schwarze Hose, schwarze Jacke, schwarze Kappe: So präsentiert sich ein 18-jähriger Österreicher aus dem Bezirk Lilienfeld beim Schöffenprozess am Landesgericht St. Pölten. Er soll eine 13-Jährige aus dem Fladnitztal im April des Vorjahres sexuell schwer missbraucht haben.

„Bleiben Sie bei Ihrer Verantwortung?“, fragt ihn sein Pflichtverteidiger acht Minuten vor dem Verhandlungsbeginn: „Na klar, ich war es nicht“, lautete die Antwort. Ansonsten hat der ledige junge Mann, der chronisch arbeitslos ist, aber Sorgepflicht für ein zweijähriges Kind trägt, nicht viel zu sagen. Seine einzige Sorge: „Dauert der Prozess wirklich sechs Stunden lang?“

Zwei Jahre bedingte Haftstrafe

Die Verhandlung dauert letztendlich „nur“ dreieinhalb Stunden, auch deshalb, weil der Angeklagte die grauenhafte Tat nach langem Leugnen schließlich doch noch einräumt. Dabei hatte er zu Beginn des Prozesses vor Richterin Andrea Humer noch hartnäckig behauptet: „Ich habe nichts getan.“

Das bereits rechtskräftige Urteil gegen den jungen Mann, der keine Vorstrafen hat, aber bereits vier Amtshandlungen wegen Suchtmitteldelikten für sich verbuchen kann: zwei Jahre bedingte Haftstrafe. Zum Zeitpunkt der Tat unterlag er noch dem Jugendstrafrecht.