Erstellt am 07. September 2015, 13:49

von Markus Zauner

Musik-Obmann wirft das Handtuch. Mitterböck nennt Anzeige der Bürgerliste gegen ÖVP-Ortschef Reichel — seinen Schwager — als Auslöser für Rücktritt.

»Ich tue mir schwer, wenn ich so viel von meiner Freizeit opfere und sehe, dass andere gleichzeitig so viel ruinieren«, sagt Leonhard Mitterböck. Foto: privat  |  NOEN, privat

Nächste Überraschung in der Gemeinde: Leonhard Mitterböck, der seit 2008 als Obmann an der Spitze der Trachtenkapelle Ramsau stand, hat sein Amt zurückgelegt.

„Ich tue mir schwer, wenn ich so viel von meiner Freizeit opfere und sehe, dass andere gleichzeitig so viel ruinieren“, sagt Mitterböck in Richtung Bürgerliste.

Auslöser für seinen Rücktritt als Musik-Obmann sei letztlich die jüngst erfolgte Anzeige der Bürgerliste gegen seinen Schwager, ÖVP-Bürgermeister Raimund Reichel, wegen Amtsmissbrauchs – die NÖN hatte exklusiv berichtet:

Er habe als Obmann immer gepredigt, dass sich die Musikkapelle aus der Politik heraushalten solle. In der jetzigen Situation sei es für ihn „nicht mehr vereinbar“, die Führungsfunktion in der Kapelle zu bekleiden. Wenngleich Mitterböck zu seinem Rücktritt gesteht: „Leicht fällt mir das nicht.“

Ihre Funktion als stellvertretende Kassierin hat zudem Martina Reichel, die Frau von Bürgermeister Raimund Reichel, zurückgelegt.

Kapellmeisterin Grandl bedauert den Abschied

Nach den unerwarteten Rücktritten musste sich der Vorstand der Trachtenkapelle interimistisch neu aufstellen. Bis zur nächsten planmäßigen Generalversammlung, die Mitte Jänner 2016 geplant ist, nimmt Michael Apfelthaler, bisher Stellvertreter Mitterböcks, die Obmannfunktion wahr.

Das bestätigt Kapellmeisterin Aloisia Grandl. Sie bedauert den Abschied Mitterböcks aus dem Vorstand: „Ich habe mit ihm lange zusammengearbeitet. Er hat die Arbeiten sehr gut ausgeübt.“

Bestens geeignet sei in der Obmannfunktion aber auch Michael Apfelthaler, ergänzt Grandl.

Ortschef Raimund Reichel will die Rücktritte in der Trachtenkapelle auf NÖN-Anfrage nicht kommentieren. Die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Reichel im Zusammenhang mit der Wählerliste für den Urnengang im Jänner dauern an.