Erstellt am 12. April 2016, 05:04

von Markus Zauner

Schwieriges Jahr für Ötscher-Basis. Im Gruppengeschäft wird starker Gästeeinbruch erwartet, Angebote sollen gegensteuern.

Das Team der Ötscher-Basis ist für die bevorstehende Wandersaison gerüstet. Im Bild: Heribert Pfeffer, Veronika Frisch, Michaela Pfeffer, Martina Prammer und Florian Schublach (v. l.).  |  NOEN, Franz Weingartner

Die Latte liegt hoch: Rund 280.000 Gäste gab es im letzten Jahr bei der Landesausstellung. „Viele dieser Personen besuchten auch die Ötscher-Basis sowie den gesamten Naturpark“, weiß Florian Schublach vom Naturpark Ötscher-Tormäuer.

Fest steht für ihn: Das Naturparkzentrum in Wienerbruck — die Ötscher-Basis hat ab 1. Mai wieder geöffnet — wird heuer vor allem beim Gruppengeschäft Federn lassen müssen. „2015 war das Gruppengeschäft extrem wichtig für den Geschäftserfolg der Ötscher-Basis. Mit attraktiven Angeboten versuchen wir, gemeinsam mit der Mariazellerbahn und unseren Naturvermittlern, einen Teil davon auch nachhaltig zu erhalten. Insgesamt rechnen wir aber in diesem Bereich mit einem starken Gästeeinbruch, da die Lokomotive Landesausstellung wegfällt und wir das Geschäft neu aufbauen müssen“, präzisiert Schublach.

Viele Projekte, die in der vergangenen Saison nur angerissen werden konnten, werden heuer intensiv weiterverfolgt, verspricht der Naturpark-Sprecher: „Das Grundverständnis der Ötscher-Basis und des gesamten Naturparks liegt darin, dass wir uns aktiv an der positiven und beständigen Entwicklung der Region um den Ötscher beteiligen wollen.“

Insgesamt rechnen wir in diesem Bereich mit einem starken Gästeeinbruch, da die Lokomotive Landesausstellung wegfällt und wir das Geschäft neu aufbauen müssen.“ Florian Schublach, Naturpark Ötscher-Tormäuer

Neu sind heuer etwa eine Reihe an Bildungsveranstaltungen, die sich an die einheimische Bevölkerung und an Gäste richten. „Neben einem Weidengarten, der zukünftig zum Flechten von Weidenkörben dienen soll, finden sich unterschiedliche Heckenformen, extensiv bewirtschaftete Wiesen oder ein Kräutergarten. Dazu kommt neben einem Kurs, der sich mit der richtigen Pflege alter Obstbäume beschäftigt, auch heuer wieder ein Veredelungskurs“, nennt Schublach Beispiele (siehe auch Info-Box). Ein weiteres wichtiges Projekt bezieht sich auf die Gastronomie der Ötscher-Basis. Schublach: „Neben der Stärkung der Kooperationen mit unseren bestehenden Produzenten arbeiten wir gerade an einer Erweiterung des Lieferantenkreises. Unter dem Namen Ötscher:Reich-Kulinarik wird sowohl das gastronomische Konzept der Ötscher-Basis als auch die bereits etablierte Lebensmittelproduktline Ötscher:Reich-Produkte weiterentwickelt.“

Kochwerkstätten und Ötscher:Grill im Angebot

Neu im Bereich der Kulinarik sind zudem Kochwerkstätten. „An jedem letzten Freitag des Monats, beginnend mit Mai, wird es auf der Ötscher-Basis Kochkurse geben, die sich speziell mit der Verwendung von regionalen Produkten beschäftigen“, verrät Schublach. Ebenfalls gearbeitet wird an einem Projekt mit dem Titel Ötscher:Grill. Schublach: „Hier wurden im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem österreichischen Designer Robert Rüf spezielle Griller für das Ötscher:Reich entwickelt. Diese wurden an unterschiedlichen Stellen rund um den Ötscher positioniert. Die Griller können von den Gastronomen für kulinarische Veranstaltungen verwendet werden — oder auch gerne von den Gästen selbst.“

Und: „Rund um den Ötscher:Grill werden wir heuer, gemeinsam mit Gastronomen aus der Region und unseren Ötscher:Reich-Produzenten, an einem gemeinsamen Bespielungskonzept arbeiten“, kündigt der Naturpark-Sprecher an.

„Konzept ist gut angelaufen“

Unterm Strich sei man im ersten Jahr nach der Landesausstellung auf der Ötscher-Basis in der glücklichen Lage, keine große Kurskorrektur machen zu müssen, bestätigt Schublach: „Das Konzept, die Ötscher-Basis als Aufbruchsort für Entdeckungsreisen in das Ötscher:Reich zu etablieren, ist gut angelaufen. Hieran wird, sowohl heuer als auch in den kommenden Jahren, noch gearbeitet werden.“

Übrigens: Die Ötscher-Basis ist mittlerweile auch ein wichtiger Jobgeber: Allein in der Annaberger Naturpark Gastro- und Service GmbH, die neben der Ötscher-Basis im Sommer auch das Schutzhaus Vorderötscher sowie im Winter das Teichstüberl und die Anna-Alm betreibt, sind für den Sommer zwölf Vollzeitstellen und ein Geschäftsführer geplant.