Erstellt am 12. Januar 2016, 17:23

von Nadja Straubinger

Sperre wegen Seuche. Blauzungenkrankheit-Sperrzone betrifft auch den Bezirk Lilienfeld. Menschen sind nicht gefährdet.

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"Die Milchpreise sind nicht berauschend und jetzt kommt noch die Blauzungenkrankheit dazu", sagt Bauernkammer-Bezirksobmann Reinhold Mader zur Sperrzone, zu der auch der gesamte Bezirk Lilienfeld zählt. Ihm bereitet es Sorge, dass die Sperrzone jahrelang bestehen könne. In der Oststeiermark und im Burgenland sind nach 2011 erstmals wieder Fälle der Blauzungenkrankheit in Österreich aufgetreten. Da das Sperrgebiet ausgehend von den Fällen in einem Umkreis von 150 Kilometern verläuft, ist der Bezirk betroffen. „Es hat bei uns keine Ausbrüche gegeben, aber die Mücken können durch den Wind leicht vertragen werden“, berichtet Amtstierarzt Andreas Fallmann. Derzeit herrscht aber vektorfreie Zeit, denn die Mücke ist im Winter nicht aktiv und es kommt dadurch zu keiner Übertragung. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich, auch Produkte von betroffenen Tieren sind uneingeschränkt genießbar.

Betroffen von der Sperrzone ist der Kälbermarkt. „Aus dem Bezirk bringen wir die Tiere normalerweise nach Melk, das ist jetzt aber nicht möglich“, so Mader. In St. Pölten ist dafür jetzt ein Kälbermarkt eingerichtet worden. Ausfuhren aus der Sperrzone sind nur zum Schlachten erlaubt.

Zur Krankheit

Blauzungenkrankheit (BT):
Viruserkrankung bei Rindern, Schafen, Ziegen, kamelartigen und wild lebenden Wiederkäuern. Die Krankheit trat im November 2008 erstmals in Österreich auf und ist anzeigepflichtig. Im März 2011 galt Österreich wieder als frei von Blauzungenkrankheit. Neuerliches Auftreten der Krankheit mit November 2015.

Gefährdungspotenzial: nicht für den Menschen gefährlich.