Erstellt am 03. August 2015, 14:21

von Markus Zauner

Familien für Gastegger im Fokus. Bürgermeister Johann Gastegger über neue Betriebe, den Wohnbau, Projekte für die Jugend und seine Pläne, um einwohnerstärkste Gemeinde im Bezirk zu bleiben.

Den ramponierten Skater-Platz will Johann Gastegger sanieren, die Errichtung eines Beachvolleyball-Platzes ist eine Zukunftsidee. Pläne für weitere Asylwerberunterkünfte in St. Veit sind ihm nicht bekannt. NÖN  |  NOEN

2008 trat Johann Gastegger (SPÖ) das Amt als Bürgermeister der einwohnerstärksten Bezirksgemeinde an.

NÖN: Sind weitere Flüchtlingsunterkünfte in St. Veit geplant?
Johann Gastegger: Laut in den Medien veröffentlichten Zahlen sind in unserer Gemeinde 31 Asylwerber untergebracht. Konkrete Pläne für weitere Asylwerberunterkünfte sind mir nicht bekannt.

Wie schaut der aktuelle Stand beim Hochwasserschutzprojekt St. Veit-Kropfsdorf aus?
Bei der Sitzung des Gemeinderates im Juni erfolgte die einstimmige Vergabe des wasserrechtlichen und naturschutzbehördlichen Einreichprojekts für den Hochwasserschutz im Bereich Kropfsdorf bis zur Sportplatz-Brücke. Dem Planungsbüro wurde bereits der Auftrag erteilt. Jetzt sind die Arbeiten im Laufen. Der Abschluss der Planung soll noch heuer erfolgen. Somit sind die Weichen für die Realisierung gestellt. Ich hoffe dann auf die Zusage der für die Umsetzung notwendigen Fördermittel.

„Miteinander der Generationen spielt wichtige Rolle“

Welche Neuigkeiten sind in Sachen Wohnraumschaffung zu vermelden?
Die letzten Wohnungen der insgesamt 34 Einheiten umfassenden Niedrigenergie-Wohnhausanlage in der Bauhofstraße wurden erst gegen Ende des Vorjahres bezogen. Ein konkretes Projekt liegt daher momentan nicht in der Tischlade. In Kooperation mit unserem langjährigen Partner, Direktor Willi Gelb von der St. Pöltner Wohnungsgenossenschaft, wollen wir aber auch in Zukunft leistbaren und kostengünstigen Wohnraum — speziell für Jugendliche und junge Familien — schaffen.

Auf welche Schwerpunkte muss die Gemeinde in Zukunft setzen, um einwohnerstärkste Kommune zu bleiben?
Wichtigste Voraussetzung ist die Absicherung und der Ausbau der hohen Lebensqualität in unserer Gemeinde. Hier spielt das Miteinander der Generationen in den Vereinen, den Feuerwehren etc., eine ganz wichtige Rolle. Die Gesamtstimmung muss passen, daran müssen alle mitwirken. Auch die notwendigen Betreuungseinrichtungen, wie ein Kindergarten und eine Kinderbetreuungsgruppe in Rainfeld, wurden bereits geschaffen. Die Nachmittagsbetreuung ist im Anstieg. Hier sind wahrscheinlich noch weitere Schritte erforderlich. Sehr erfolgreich ist auch unser Gesundheitsförderprogramm „St. Veit vital“. Verstärkt wollen wir uns in Zukunft den Familien widmen. So haben wir mit einstimmigem Gemeinderatsbeschluss das Audit „familienfreundlichegemeinde“ gestartet. Nach der Feststellung des Ist-Zustandes wollen wir im nächsten Schritt unter Einbindung der Bevölkerung den Bedarf an weiteren familienfreundlichen Maßnahmen ermitteln und umsetzen. Das Kapitel Wohnbau wurde bereits angeschnitten. Ergänzend dazu wollen wir auch den Bedarf an Bauland abdecken, was aber nicht immer eine einfache Sache ist. Derzeit ist in Schwarzenbach ein Umwidmungsprozess im Laufen.

Was ist für Sie das wichtigste Kommunalprojekt in den nächsten fünf Jahren?
Oberste Priorität hat für mich die Fertigstellung des Hochwasserschutzes. Weitere wichtige Vorhaben sind die Sanierung der Hauptstraße und die Neugestaltung des Kirchenplatzes. Im Bereich Tourismus soll eine Leitstrategie entwickelt werden.

„Unterstützung des Vereinswesens ist eine Herzensangelegenheit“

Die Gemeinde könnte neue Unternehmen gut gebrauchen. Gibt es Interessenten, speziell für das Betriebsgebiet neben der B 18?
Das Areal ist im Besitz des Stiftes Göttweig und wird auch von diesem verwaltet. Es gibt Interessenten, aber im Gemeindeamt liegt derzeit kein Projekt vor. Für die Zukunft bin ich aber persönlich sehr optimistisch, was eine etwaige Betriebsansiedlung betrifft. Die Gemeinde hat jedenfalls hohes Interesse.

Die Ferienspiele als Einladung an die Jungen sind voll im Laufen. An welchen Angeboten für die Jugend mangelt es in der Gemeinde noch?
Die Ferienspiele sind auch heuer wieder mit dem Schulschluss-Open-Air angelaufen und mittlerweile zum vollen Hit geworden. Insgesamt werden über 30 Aktionen angeboten. Hier gilt ein riesiger Dank den Vereinen und Institutionen sowie allen, die zum Gelingen der Ferienspiele ihren Beitrag leisten. Die Vereine sind auch die wichtigste Basis für die Jugendarbeit, daher ist mir die Unterstützung des breit gefächerten Vereinswesens — dieses Miteinander aller Altersgruppen und Bevölkerungsschichten — eine Herzensangelegenheit. Natürlich kann es nie genug Angebote geben. Man muss aber auch ehrlich bedenken, was umsetzbar ist und was nicht.

Welche Projekte beziehungsweise Ideen gibt es dazu?
In erster Linie schwebt mir die Sanierung des leider durch Vandalismus ziemlich ramponierten Skater-Platzes vor Augen. Vielleicht gelingt es uns auch, gemeinsam mit der Jugend einen Beachvolleyball- Platz zu errichten.