St. Veit an der Gölsen

Erstellt am 17. August 2016, 05:11

von Nadja Straubinger

Gegen Missstände: Keine Mängel bei Biomüll. Abfallberater Franz Rybaczek ist zufrieden. Anfang des Jahres fanden sich sogar Problemstoffe.

Die Schulung der Gemeinde-Praktikanten begann auf der Kompostanlage Berger in Wiesenfeld (v.l.): Bürgermeister Johann Gastegger, Elif Yalman, Kompostanlagenbetreiber Franz Berger, Michael Winkler, Lukas Schrittwieser, Jakob Tanner, Noah Felberer, Julian Reinthaler, Abfallberater Franz Rybaczek, Alfred Bilek und Umweltgemeinderat Kent Filek.  |  NOEN

Sanktionen vom Abfallverband setzte es zu Beginn des Jahres für Trennmuffel im Bezirk Lilienfeld. Bei den Biotonnen fielen im vergangenen Jahr rund 83 Tonnen falsch entsorgter Müll an. „Immer mehr Müll, sogar Problemstoffe und Medikamente fanden sich im entsorgten Abfall der Biotonnen des Bezirkes“, berichtet Abfallberater Franz Rybaczek. Kompostanlagenbetreiber Franz Berger aus Wiesenfeld schlug Alarm, worauf Gemeindeumweltverband und Entsorger eine Aktion zur Kontrolle der Biotonnen starteten. Mittels „Gelber“ und „Roter Informations-Karten“ wurden die Benützer auf Missstände hingewiesen.

Vorbildlich: Nur Bio & sonst nix! So wie bei Rudolf Brantner (5. v. r.) wurden zehn Prozent der Biotonnen in St. Veit ohne eine einzige Beanstandung kontrolliert.  |  NOEN, privat

Im Rahmen eines Schulungstages in der Gemeinde St. Veit erhielten nun Ferialpraktikanten aus den Verbandsgemeinden grundlegende und praktische Infos zum Thema Kompostierung und Bioabfall-Kontrollen. „Die Jugendlichen werden die Kontrolltätigkeit in den Gemeinden unterstützen und bei Bedarf Informationsmaterial verteilen“, so Rybaczek.

„So sollte es nicht sein: Plastiksäcke in der Biotonne“, so Abfallberater Franz Rybaczek.  |  NOEN

Beim praktischen Kontrollgang durch die Gemeinde wurde das Erlernte dann gleich angewandt und der Inhalt von etwa 10 Prozent der St. Veiter Biotonnen inspiziert. Umwelt-Gemeinderat Kent Filex, der Schulung und Rundgang begleitete, freut sich über das Ergebnis: „Es gab keinen einzigen Mangel. Die Bevölkerung nimmt die Abfalltrennung sichtlich ernst.“ Durch die Sammlung von Biomüll gebe es nicht nur weniger Restmüll auf der Deponie, sondern es könne sogar ein Qualitätsprodukt erzeugt werden – Kompost. „Der verbessert den Boden und ist ein wertvoller Dünger für Hausgärten, kommunale Flächen und die Landwirtschaft“, weiß Abfallberater Rybaczek.

Plastiksackerl sind noch immer ein Problem

Auf der Kompostanlage in Wiesenfeld habe sich die Situation jedenfalls schon sichtbar verbessert, sagt der Abfallberater. Laut Betreiber Berger waren in den letzten Wochen keine Problemstoffe und kaum mehr Müll bei den angelieferten Bioabfällen: „Nur die Plastiksackerl sind noch immer ein Problem. Die fliegen beim Kompostwenden durch die Gegend und müssen mühsam händisch aufgeklaubt werden!“ Berger setzt deshalb verstärkt auf Information und will auch nächstes Schuljahr wieder Schulklassen zur Besichtigung der Kompostanlage einladen.

Dass doch noch nicht alles paletti ist bei der Biomüll-Entsorgung im Bezirk Lilienfeld, ergab sich dann bei der Abfuhr der Biotonnen am folgenden Tag. „Da wurde eine mit Plastiksäcken gefüllte Biotonne nicht entleert“, sagt Rybaczek abschließend.