Erstellt am 15. April 2016, 08:04

von Claudia Stöcklöcker

Streit unter Nachbarn endete vor Gericht. 72-Jähriger wollte unliebsamen Nachbarn nicht ins Haus lassen. Er zückte den Staubwedel, mit Pistole schlug seine Frau zu.

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"Ich schau ihn jetzt nicht mehr an!", sagt ein 72-Jähriger aus Hainfeld vor der Richterin. Auf seinen Nachbarn ist er schon länger nicht gut zu sprechen, im Streit soll er ihn dann bedroht haben. Mit den Worten „Ich hab’ eh nicht lang mehr zu leben, aber dich erschieß ich noch“, soll der Pensionist Schrecken verbreitet haben. Geständig ist er nicht.

„Er wollte unbedingt zu uns ins Haus und hat den Fuß in die Tür gesetzt. Meine Frau hat von innen die Tür zugedrückt und ihn aufgefordert, unser Grundstück zu verlassen. Er wollte aber mit vehementer Gewalt hinein“, erzählt der Pensionist im Prozess in St. Pölten.

Um den Nachbarn abzuwimmeln, zückte der 72-Jährige einen Staubwedel, fuchtelte damit im Gesicht des Kontrahenten herum. Von seinem Vorhaben ließ der aber nicht ab. So griff der Pensionist zur Pistole.

„Ich habe historische Waffen aus dem 16. Jahrhundert. Eine davon habe ich meiner Frau gegeben, damit sie dem Nachbarn damit eine auf den Fuß haut“, so der Angeklagte weiters. Dass die Waffe nur als Schlaginstrument verwendet wurde, bestätigt eine Zeugin. „Resolut hat seine Frau auf den Fuß eingehämmert“, erzählt diese.

Ob der 72-Jährige nach dem Vorfall mit dem Rechen gedroht hat? „Das ist totaler Unsinn“, beteuert er seine Unschuld.

Gefährliche Drohung kann Richterin Doris Wais-Pfeffer nicht nachweisen. „Das war höchstens eine Unmutsäußerung“, sagt sie und fällt einen Freispruch.