Erstellt am 09. Februar 2016, 04:33

von Claudia Stöcklöcker

Teenager zückte bei Fest die Faust. Schimpfen lassen wollte sich ein 18-Jähriger nicht - seinem Kontrahenten brach er die Nase.

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"Wos is, du Kümmeltürk, hat er gesagt. Er hat mich provoziert, das hat er geschafft. Ich hab’ ihm eine drüberg’haut“, sagt ein 18-Jähriger vor dem Richter. Bei der After-Oktober-Party in Traisen letzten Jahres zückte er die Faust, brach einem Kontrahenten die Nase.

Wie oft er zugeschlagen hat? „Einmal, zweimal hab’ ich ihn verfehlt.“ „Luftschläge“, meint der Richter.

Und nach der Attacke? „Sind andere auf mich los. Ich bin hinaus, hab’ mich im Wald versteckt. Es war dunkel, aber ich habe gesehen, dass sie mich gesucht haben. Dann bin ich nach Hause und am nächsten Tag war schon Polizei da.“

"Unsere Gaudi haben wir g'habt."

Anderes erzählt das Opfer: „Gar nix hab’ i geschimpft, unsere Gaudi haben wir g’habt. Und auf einmal hat’s tuscht, voll auf die Nase. Einmal fest, einmal leicht. Ich bin zum Rettungsauto.“ „Das schon bereit stand, weil man ja weiß, dass etwas passieren wird“, setzt der Richter fort. Und: „Ob einmal oder zweimal, getroffen hat er, da fährt die Eisenbahn drüber.“

Eine Zeugin erzählt: „Mich hat er beim Ausholen am Kopf gestreift, ich wurde aber nicht verletzt.“ Nicht nur schwere Körperverletzung wird vorgeworfen, zwei Freunde wollte der Beschuldigte zur Falschaussage überreden. Sie sollten bestätigen, dass der 18-Jährige nicht auf dem Fest war.

Für den bislang Unbescholtenen setzt es fünf Monate bedingt (nicht rechtskräftig), 500 Euro Schmerzensgeld muss er weiters berappen.