Erstellt am 11. März 2016, 05:04

von Astrid Krizanic-Fallmann

Verein schmiedet Pläne. Neuer Vorstand möchte Kennenlernen der bäuerlichen und handwerklichen Betriebe und ihrer Produkte in Kleinzell fördern. Naturvermittlung ist ein weiteres Anliegen.

Oliver Kowald möchte als Stellvertreter auch die Kleinzeller Jugend animieren, sich mehr einzubringen  |  NOEN, zVg

 „Wir sehen uns als Mittler und Werber im Verhältnis Bevölkerung und Gäste“, sagen Obmann Martin Keiblinger und sein Stellvertreter Oliver Kowald.

Neu aufgestellt wurde der Vorstand des Kleinzeller Tourismusverbandes nach dem Rückzug der bisherigen Funktionärsriege. Acht Jahre lang leitete Gerhard Kreusel den Verein. „Das Wasserrad in der Rossbachklamm, die Ausrichtung des Dorffestes, die Beschilderung von Wanderwegen und die Zusammenarbeit mit dem Kurhotel Salzerbad waren Schwerpunkte meiner Tätigkeit“, schildert Kreusel, der aus privaten Gründen aufhörte.

Jugend soll animiert werden

Sein Nachfolger ist Martin Keiblinger. Der 62-jährige Landwirt erkannte schon in seiner Kindheit, dass der Tourismus für den Ort wichtig ist. Als sein Stellvertreter will Oliver Kowald zusätzlich die Jugend animieren, sich mehr einzubringen. „Ich engagiere mich auch bei der Feuerwehr. Wandern, Tennis und Volleyball zählen ebenfalls zu meinen Freizeitbeschäftigungen“, weist der 25-jährige Bankangestellte auf mehrere „Vernetzungen“ hin.

Als Erstes möchten die beiden in Zusammenarbeit mit den bäuerlichen sowie Gewerbe- und Handwerksbetrieben ein „Kennenlernen der Menschen und ihrer Produkte“ organisieren. „Es gibt in Kleinzell kleine, feine Betriebe, die durchaus Interessantes bieten“, merkt Keiblinger an.

Aber ebenfalls würde mancher Private in seiner Freizeit sehenswerte Dinge fertigen, so der Tourismusverbandsobmann. Angesprochen sollen zudem Personen werden, die interessierten Gästen die Natur, den Wald, das Wild und die Zusammenhänge bei der Bewirtschaftung näher bringen.

„Nicht zuletzt eröffnet das reiche Vereinsleben von Kleinzell viele Gelegenheiten für spannende und unterhaltsame Begegnung mit Kleinzellern und ihren Gästen“, meint Keiblinger. In intensiver Zusammenarbeit mit der Gemeinde möchte die neue Vereinsführung bei Vorhaben außerdem das Internet verstärkt nutzen.


NÖN-Interview mit Martin Keiblinger:  „Urlaub kam zu uns“

Positive Erfahrungen mit Gästen am Bauernhof hatte Martin Keiblinger in der Kindheit.

NÖN: Warum haben Sie sich für das Amt des Tourismusverbandsobmannes zur Verfügung gestellt?
Martin Keiblinger:
Schon in meiner Kindheit bin ich mit Tourismus in Kontakt gekommen. Meine Mutter konnte mit Hilfe von „Urlaub am Bauernhof“ die wirtschaftliche Existenz auf unserer kleinen Landwirtschaft absichern. Meine vier Geschwister und ich hatten durchwegs positive Erfahrungen mit den Gästen. Wir sind nicht auf Urlaub gefahren, sondern der Urlaub kam zu uns. Die guten Erinnerungen und die Überzeugung, dass der Tourismus einen Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität und Infrastruktur in Kleinzell leisten kann, haben mich dazu bewogen, die Aufgabe zu übernehmen.

Welche Vorzüge hat Kleinzell Ihrer Meinung nach?
Unsere klein strukturierte Gemeinde bietet dem wachsenden Bedürfnis der Menschen nach dem Ursprünglichen, nach Entschleunigung, nach Ruhe und Erholung in der Natur und nach menschlichen Kontakten viele Möglichkeiten.

Was wollen Sie künftig als Verein bewirken?
Mit unseren Programmen möchten wir den positiven Kontakt zwischen Gästen und Bevölkerung fördern. Beim Kennenlernen von Leben und Arbeit der Einheimischen entsteht die Gelegenheit für einen Austausch zwischen Gastgebern und Gästen.