Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:42

von Markus Zauner

Vorfälle am Schulweg erhitzen die Gemüter. Einheimische Schüler fühlen sich von Flüchtlingskindern "terrorisiert" Bürgermeister hat sich zur Klärung eingeschaltet.

 |  NOEN, Symbolbild APA

"Ich habe ganz sicher nichts gegen Flüchtlinge.Was sich derzeit aber bei uns abspielt, ist ein Wahnsinn. Viele Kinder, darunter auch mein Sohn, trauen sich nicht mehr, nach der Schule alleine nach Hause zu gehen, weil sie von Flüchtlingskindern regelrecht terrorisiert werden. Das letzte Mal ist mein Kind mit Steinen beschossen worden“, schildert eine besorgte Mutter in einem Schreiben an die NÖN.

Wenn nicht bald etwas unternommen werde, will die Dame ihren Sohn von der Schule nehmen. Andere Eltern würden ähnliche Schritte in Erwägung ziehen, so die Frau.

"Bei uns stehen die Kinder im Vordergrund“

„Der Schulweg fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Schule“, erklärt Direktorin Eva Holzer auf NÖN-Anfrage. Innerhalb der Schule sei man bei Differenzen aber um Lösungen bemüht. „Österreicher genauso wie Nicht-Österreicher: Bei uns stehen die Kinder im Vordergrund“, betont Holzer. Probleme innerhalb der Schule zwischen den verschiedenen Nationen sieht die Direktorin aktuell nicht.

Bürgermeister Herbert Schrittwieser hat sich indes zur Klärung der Vorfälle am Schulweg eingeschaltet. Und zwar mit einem Brief an die drei betroffenen Eltern der Flüchtlingskinder, in dem diese, so Schritwieser, über „das Fehlverhalten ihrer Kinder“ aufgeklärt und zu einer Vorsprache diese Woche geladen wurden. Der Bürgermeister betont: „Wenn die Kinder weiter die Absicht haben, Krieg führen zu wollen, sind sie im falschen Land. Das Schreiben an die Eltern habe ich auch an die Fremdenpolizeibehörde geschickt.“

„Wenn die Kinder weiter die Absicht haben, Krieg führen zu wollen, sind sie im falschen Land.“

Bürgermeister Herbert Schrittwieser

Mutter und Vater hätten dafür Sorge zu tragen, dass ihre Sprösslinge „Benehmen, Verhalten und Lebensumstände ans neue Land anpassen“. Warum er so streng in dieser Causa agiere, sei laut Ortschef Schrittwieser leicht erklärt: „Weil man weiß, dass solche Kinder ohne jetzigen Fingerzeig sonst mit 14 oder 16 Jahren dann nur mehr unsere Gerichte beschäftigen.“

Flüchtlingsheimbetreiber Herbert Eder bringt sich auf NÖN-Anfrage ebenfalls ein: „Im Bedarfsfall stellen wir zur Unterstützung einen Sozialpädagogen zur Verfügung.“ Auseinandersetzungen kämen freilich nicht nur zwischen Flüchtlingen und Österreichern, sondern auch unter einheimischen Schülern vor, weiß Eder. Nachsatz: „Wenn Probleme auftauchen, kümmern wir uns aber selbstverständlich darum.“