Erstellt am 27. Januar 2016, 05:48

von Gila Wohlmann

Weg zurück ins Leben. Corinna Gruber (27) ist seit ihrer Gehirnblutung stets auf kostspielige Therapien angewiesen. Behördliche Hürden machen die Genesung nicht leicht. Die "Stonefielders" halfen.

Thomas Flatschacher und Hannes Rumel (links und rechts) von den »Stonefielders« überreichten Corinna Gruber und ihrer Mutter Christine den Scheck zur Unterstützung der teuren Therapien.  |  NOEN, zVg

„Wir hoffen, mit der Spende etwas zur Verbesserung des Gesundheitszustandes von Corinna beitragen zu können“, sagt Thomas Flatschacher, Obmann der Gruppe „Stonefielders“, die für ihre skurrilen Bühnenauftritte in der Region stets reichlich Applaus erntet.

Die Gruppe hat den Erlös aus einem ihrer Auftritte in der Pielachtalhalle in Höhe von 1.800 Euro an Corinna Gruber überreicht. Die 27-Jährige aus Traisen erlitt an ihrem Arbeitsplatz aus bisher unbekannter Ursache eine Gehirnblutung. Fünf Wochen im künstlichen Tiefschlaf folgten. Seither ist ihr Leben nicht mehr das, was es einmal war. Corinna Gruber leidet an Bewegungseinschränkungen sowie einer Sprach- und Sehstörung. Jeder Tag steht im Zeichen der Rehabilitation. Nach dem künstlichen Tiefschlaf wurde sie in die Neurologie am Rosenhügel verlegt. Zahlreichen Therapien wie intensive Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie folgten.

Als Alternative hätte man Corinna Betreuung in einer Behinderteneinrichtung angeboten. Daran wäre meine Tochter aber psychisch zerbrochen.“ Christine Gruber

Im Oktober 2014 wurde die Re-Implantation des entnommenen Schädeldaches durchgeführt. Abermals viele teure Therapien folgten. Insgesamt verbrachte sie seit ihrem Unfall über 400 Tage in diversen Kliniken oder Rehabilitationseinrichtungen.

Ein Umbau des Hauses auf barrierefrei wurde notwendig, auch musste ein geeignetes Kfz angeschafft werden, um die Transporte mit Rollstuhl zu den Therapien zu ermöglichen. „Diese wurden zu einem kleinen Teil durch Förderungen abgedeckt, den Großteil musste die Familie selbst tragen“, schildert Flatschacher. Da die neunmonatige Pflegehospizfreistellung ihrer Mutter mit Ende Oktober 2015 beendet war, wurde es notwendig, eine geeignete Vormittagsbetreuung zu organisieren. Ein diesbezüglich gestellter Antrag auf eine „persönliche Assistenz“ wurde jedoch vom Land NÖ abgelehnt.

„Weil ich die Sachwalterin für meine Tochter bin. Als Alternative hätte man Corinna eine Betreuung in einer Behinderteneinrichtung angeboten. Daran wäre meine Tochter aber psychisch zerbrochen“, weiß ihre Mutter Christine Gruber.

Bietet Arbeitskreis Funken Hoffnung?

Die NÖN hat nachgefragt. Jan Cernelic von der Abteilung „Soziales“ der Landesregierung informiert, dass „Laienhilfe Selbstverwaltungskompetenz der Person, die diese beanträgt, voraussetzt“ und dies eben durch die Sachwalterschaft nicht gegeben sei. Er lässt aber wissen, dass es derzeit einen Arbeitskreis auf Landesebene gäbe, der sich mit Abstufungen der „persönlichen Assistenz“ beschäftigt, auf Bundesebene im Bereich der „Sachwalterschaft“. Ein Funken Hoffnung auf „persönliche Assistenz“?

Bis dahin hat sich Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser (SPÖ) stark gemacht, wie Christine Gruber, betont: „Er hat uns mit dem Arbeitsmarktservice eine Unterstützung auf sechs Monate verschafft!“ Karin Thon kümmert sich nun um Corinna, sodass Mutter Christine wieder 30 Stunden im Krankenhaus Lilienfeld arbeiten kann. Eine Erleichterung, wenn auch auf Zeit.

Wie es dann weitergeht und ob Christine Gruber in ihrem Job bleiben kann, ist danach ungewiss. Fest steht jedoch, dass weitere kostspielige Therapien zur Rehabilitation der einstigen Studentin Corinna dringend nötig sind.