Erstellt am 30. April 2016, 05:24

von Markus Zauner

"Wir sind 13.039 Kilometer geradelt". Kaumbergerin und ihr Freund traten bis Thailand und zurück in die Pedale. An 160 Tagen saßen die beiden am Drahtesel.

Im Rahmen ihrer Radtour konnten Alexandra Zöchner und Stefan Jahrmann auch 8.598 Euro für den PFAU-Verein sammeln, der eine Schule in Kariyangwe (Simbabwe) unterstützt.  |  NOEN, zVg

Rund elf Monate waren Alexandra Zöchner (30) aus Kaumberg und ihr Freund Stefan Jahrmann (33) auf Achse. Mit dem Fahrrad ging es von Österreich aus bis in die thailändische Hauptstadt Bangkok und retour. Der NÖN schildern die beiden Abenteurer ihre Erlebnisse auf der Marathonfahrt, die unter dem Motto „Radschlag nach Osten“ stand und Mitte April zu Ende ging.

NÖN: Wie viele Kilometer und Tage waren Sie auf dem Drahtesel unterwegs?
Alexandra Zöchner:
Insgesamt sind wir 13.039 Kilometer und 803 Stunden, also mehr oder weniger 160 Tage, geradelt.

Welche Länder haben Sie durchquert?
Slowakei, Polen, Ukraine, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Kirgistan, China, Laos, Thailand, Neuseeland, Australien, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland und natürlich Österreich.

Ans Aufgeben auf dieser kräfteraubenden Tour haben Sie nie gedacht?
Nein, daran haben wir nie gedacht. Nur 3 Mal mussten wir ungewollt auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen, da wir uns körperlich nicht in der Lage sahen, weiter zu radeln. Zuerst in Kasachstan per Bus, weil Stefan eine Lebensmittelvergiftung hatte. Gleich anschließend fuhren wir auch in Kasachstan für 19 Stunden im Zug, weil die Nabe meines Hinterrades kaputt war und nur in der Hauptstadt eine Reparatur möglich war. Zuletzt noch in Kirgistan per Auto, weil mein Knie nach 130 Kilometer bei nasskaltem Wetter so extrem schmerzte. Dass wir frühzeitig heimreisen, stand jedoch zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.

"Die Fahrräder schauen schon etwas mitgenommen aus"

Wie haben Fahrräder und Körper die Strapazen überstanden?
Die Fahrräder schauen schon etwas mitgenommen aus, wir angeblich nicht so arg. Natürlich fühlen wir es in den Knien und etwas im Rücken, auch unsere Haut weist Spuren auf, waren doch vor allem die Handrücken stets der Sonne ausgesetzt. Im Großen und Ganzen sind aber sowohl wir, als auch unsere Räder noch in gutem Zustand.

Was sind die schönsten Erinnerungen auf dieser Reise?
Wir haben so viele freundliche und faszinierende Menschen kennengelernt, das hat uns wohl am meisten beeindruckt. Aber auch die Sonnen-untergänge beim Zelteln waren sehr schön. Es gab so viele schöne Momente, da können wir uns kaum an bestimmte erinnern.

Im Gegenzug die negativsten Erlebnisse?
Diese hängen natürlich mit unserer Gesundheit zusammen: Stefans Lebensmittelvergiftungen, er hatte auch in China eine, meine Knieschmerzen und unsere starke Verkühlung in Europa. Besonders gedrückt hat unsere Stimmung jedoch schlechtes Wetter, wie etwa in Kasachstan, als wir in strömendem Regen in unserem Zelt gefangen waren und meine Knieschmerzen erstmals begannen; oder jetzt zurück in Europa, wo es von 12 an 10 Tagen geregnet hat.

Die gefährlichsten Momente?
Wirklich gefährlich war es selten, aber wenn, dann vielleicht direkt auf der Straße, wenn wir zu knapp überholt wurden.

Die Radtour stand auch im Zeichen eines guten Zwecks?
Ja, da wir Mitglieder beim kleinen steirischen PFAU-Verein sind, wollten wir für diesen Geld sammeln. Diesen Sommer soll bei der von uns unterstützten Schule in Simbabwe eine Schulküche gebaut werden. Dazu werden auch diese Spenden beitragen. Bisher konnten wir unglaubliche 8.598 Euro generieren, gerne kann aber nach wie vor gespendet werden.

Wie schauen Ihre Zukunftspläne aus?
Jetzt müssen wir wieder zurück in die Normalität finden, uns Jobs und Wohnung suchen. Auf jeden Fall werden wir aber daneben brav für künftige Reisen zu sparen versuchen — vielleicht nicht etwas so Großes wie die letzte, aber vielleicht auch wieder mit dem Fahrrad.