Erstellt am 24. Mai 2016, 05:44

von Markus Zauner

Wirbel um Ausschank in der Falkenschlucht. Gewerbeberechtigung fehlt: Öffnung der von Ehrenamtlichen bewirtschafteten Hütte laut Leeb daher fraglich.

 |  NOEN, www.türnitz.gv.at

Die vor zwei Saisonen im Naturjuwel Falkenschlucht gestartete Ausschank kommt bei der Bevölkerung und bei den Touristen gut an. Allein: Der weitere Betrieb der Falkenschluchthütte, in der ehrenamtliche Helfer verschiedener Vereine am Wochenende Getränke und Hausmannskost anbieten, ist gefährdet.

Der Grund: Die Wirtschaftskammer (WK) Niederösterreich bemängelt in einem aktuellen Schreiben die nicht ordnungsgemäße Ausschank. Es liege keine Gewerbeberechtigung vor. Der mögliche Strafrahmen beträgt bis zu 3.600 Euro.

Bürgermeister Christian Leeb (ÖVP) zeigt sich verwundert über die Intervention der Wirtschaftskammer. Denn: „Auch von der Finanzpolizei hat es schon Anzeigen gegeben, die aber alle zurückgelegt wurden, weil die Hütte nicht mit Gewinnabsicht betrieben wird“, schildert Leeb.

Ob die Ausschank im Naturjuwel Falkenschlucht bestehen bleiben kann, werde in den nächsten Tagen beraten, so Leeb. Geplant wäre eine Wiederöffnung Ende Juni — sofern eine Lösung gefunden werden kann, die den Ansprüchen der Wirtschaftskammer Rechnung trägt.

Kammer spricht von „einfacher Lösung“

Manfred Krcmar bedauert: „Als geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat und Tourismusvertreter der Gemeinde Türnitz finde ich es schade, dass ehrenamtliches und freiwilliges Engagement zur Belebung und Förderung eines Tourismusortes geahndet werden kann.“

Die Gemeinde sei bereits über eine „vergleichsweise einfache Lösung der Problematik informiert worden“, hält Walter Schmalwieser, Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, dagegen: „Die Anmeldung eines freien Gastgewerbes mit bis zu acht Verabreichungsplätzen stellt kein großes Hindernis dar. Außerdem reicht in der Regel eine Bauanzeige aus, sofern bereits vorgefertigte Speisen — zum Beispiel Wurstsemmeln, belegte Brote etc. — unter Einhaltung der Kühlkette verkauft werden.“