Erstellt am 10. April 2017, 10:03

von Nadja Straubinger

Leerstände sollen verhindert werden. Gemeinsam wollen 14 Gemeinden alle Immobilienangebote auf einer Webseite anbieten.

Petra Gastecker, Hürms Bürgermeister Johannes Zuser, LEADER-Obmann Anton Gonaus, Petra Scholze-Simmel und Johanna Eder präsentierten die neue Webseite www.mitten-im-mostviertel.at.  |  NOEN, Streimelweger

„Die besten Schuhe finden keinen Abnehmer, wenn sie nicht in der Auslage stehen“, erklärt LEADER-Geschäftsführer und Kirchbergs Bürgermeister Anton Gonaus, warum 14 Gemeinden der Region jetzt ihre Wohnstandortvermarktung gemeinsam durchführen wollen.

Es gebe viele Leerstände in den Gemeinden — und das mache es schwieriger, ein schönes Ortsbild auf Dauer zu halten. „Wir wollen jetzt etwas gegen diese Leerstände unternehmen und das Image verbessern“, betont Gonaus. Dabei helfen soll die neue Webseite.

Auch Standortinfos enthalten

Derzeit sind dort 122 Objekte zu finden. Ziel ist es, die Angebote rasch zu erhöhen. „Wir wollen hier etwas aufbauen, dass hoffentlich auch genutzt wird“, so Gonaus. Die Webseite enthält neben Immobilien-Angeboten auch Standortinfos der Gemeinden sowie Informationen zum Thema Wohnen. Außerdem erzählen Privatpersonen, wieso sie ihre Gemeinde lebenswert finden.

In einem Demographie-Check hat die LEADER-Region erhoben, wie es um die Mitgliedsgemeinden in Bezug auf Wirtschaft und Bevölkerungsentwicklung steht. Porträts der 39 LEADER-Gemeinden wurden erstellt und als Handlungsempfehlung die Professionalisierung der Wohnstandortvermarktung durch interkommunale Zusammenarbeit entwickelt.

Eine besondere Herausforderung

Während im Pielachtal nur die ganz kleinen Gemeinden wie Loich und Schwarzenbach mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen haben, ist es im Bezirk Lilienfeld auch die Bezirkshauptstadt selbst, die Einwohner verliert. „Die Entwicklung umzukehren, das ist ganz schwierig. Aber wir versuchen, den Trend zu bremsen und gegenzusteuern“, führt Gonaus aus. Er sieht es als kommunalpolitische Kernaufgabe, dass auf die Ortsentwicklung geschaut wird.

„Mir taugt das Projekt, ob es etwas bringt, kann man sicher erst in drei Jahren sagen“, zeigt sich Gonaus vorsichtig optimistisch. Eine besondere Herausforderung aktuell sind die kleineren Haushaltsgrößen. „Früher haben pro Haus sechs Personen gewohnt, heute sind es nur zwei bis drei“, weiß Gonaus. Das heißt aber, dass es den doppelten Wohnraum benötigt, um die Einwohnerzahl zu halten.