Erstellt am 24. November 2015, 02:23

von Astrid Krizanic-Fallmann

Zwist um Mountainbiken. Eine „Falschmeldung“ sei die Aussage von Vizebürgermeister Labenbacher zur Winterbefahrung, so Klaus Kratzer von der Stifts-Forstdirektion und Jagdpächter Rudolf Gürtler.

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Kaum ist die erste Saison mit einer offiziellen Mountainbikestrecke auf den Muckenkogel vorbei, geht der Dauerbrenner schon wieder in die nächste Runde.

Stein des Anstoßes diesmal ist die Aussage von Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher am 11. November im Gemeinderat, dass die Winterpause für das Mountainbiken am Hausberg der Lilienfelder aufgehoben worden wäre.

„Unter Einhaltung der Fair-play-Regel erlaubt“

Labenbacher, auch ehrenamtlicher Geschäftsführer der Lilienfelder Bergbahnen, hatte beim Tagesordnungspunkt 15 zur Einstellung des Winterbetriebes des Einser-Sesselliftes verkündet, dass „auf Entgegenkommen des Stiftes das Datum der Sperre fürs Mountainbiken vom 1. November bis 28. Februar außer Kraft gesetzt worden sei“ (siehe auch die Lilienfelder NÖN-Printausgabe vom 17.11.).

Außerdem betonte der Vizebürgermeister in der öffentlichen Sitzung, „Mountainbiken auf der frei gegebenen Route unter Einhaltung der Fair-play-Regeln ist nicht illegal, sondern erlaubt“.

Heftigen Widerspruch äußert dazu Klaus Kratzer von der Forstdirektion des Stiftes. Zwischen ihm und Labenbacher habe es nur Vorgespräche gegeben, so Kratzer. Da noch keine Gespräche mit den anderen Grundeigentümern und dem Jagdpächter stattgefunden hätten, sei das Verbot aufrecht.

„Übertretungen werden als illegal geahndet“

Noch erboster reagiert Jagdpächter Rudolf Gürtler. „Meine Zustimmung wäre nach dem Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofes zusätzlich einzuholen. Dies weiß Vize Labenbacher genau, sodass seine Information über eine angebliche Winterfreigabe in Abwesenheit des erkrankten und stets korrekten Bürgermeisters absolut unrichtig ist“, erklärt Gürtler.

Und der Jagdpächter weiter: „Der Versuch nach dem gereichten kleinen Finger – Freigabe nur einer Route im Sommer, gar viele halten sich nicht daran – nunmehr durch Falschmeldung die ganze Hand, gerade in der Notzeit des Wildes, zu fordern, kann mit mir als verantwortungsvollem Revierbewirtschafter des Wildlebensraumes nicht erfolgreich sein. Daher werden Übertretungen natürlich als illegal geahndet.“

Ausschlaggebend für Vizebürgermeister Labenbacher bei einer Befahrung in den Wintermonaten ist indes, „dass der Versicherungsschutz das ganze Jahr über gilt“.