VON HERMANN KNAPP
AMSTETTEN / Die Kindergärten sind ein ständiger politischer Reibebaum zwischen der ÖVP und der SPÖ. Schon im Oktober des Vorjahres kritisierte VP-Gemeinderat Anton Geister, dass 24 Kinder auf einen Platz warten müssten. „Damals erklärte die Bürgermeisterin, dass wir 61 freie Plätze zur Verfügung hätten. Es gäbe insgesamt 745 Plätze, von denen lediglich 686 belegt wären. Das stimmt so aber nicht!“
Geister hat sich die Daten genau angeschaut. „So weit ich das sehe, hatten wir damals tatsächlich nur 34 Plätze frei und nicht 61. Wirklich dramatisch ist die Situation im Ortsteil Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth. „Schon für Kinder über drei Jahre ist es ein Problem, im eigenen Ortsteil einen Kindergartenplatz zu bekommen. Für Kinder zwischen 2,5 und drei Jahren gibt es im ganzen Ortsteil keinen einzigen Platz“, kritisiert Geister.
ÖVP-Nationalrat Günter Kössl attackiert die regierende SPÖ: „Es ist erschütternd, wenn versucht wird, durch geschönte Zahlen über brennende Probleme hinwegzutäuschen. Zudem herrscht ja rege Bautätigkeit im Ortsteil - etwa auf den Pabstgründen. Man muss also davon ausgehen, dass sich künftig weitere Familien mit kleinen Kindern dort ansiedeln. Da heißt es vorausplanen.“
VP-Gemeinderat Wolfgang Kalteis weist darauf hin, „dass etwa die Gemeinde Neuhofen mit 2779 Einwohnern sieben Kindergartengruppen hat. Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth mit 4379 Einwohnern aber nur sechs. Da stimmt etwas nicht, da werden die Bedürfnisse der Eltern und Kinder nicht ernst genommen. Die Versorgung unserer Kleinen, für die ein neuer Lebensabschnitt beginnt, muss für uns an vorderster Stelle stehen. “
Eine Gruppe soll in den Ortsteil verschoben werden
Die ÖVP fordert, dass die drei Kindergartenstandorte im Ortsteil erhalten bleiben. „Einen Zentralkindergarten wollen wir nicht. Wir brauchen aber um zwei Gruppen mehr“, sagt Kössl.
SP-Vizebürgermeister Mag. Michael Wiesner betont, dass es ohnehin schon Überlegungen bezüglich der Kindergärten im Ortsteil gebe. Bereits im März werde man beschließen, von den insgesamt 36 Gruppen in der Stadt eine weitere nach Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth zu verschieben - für unter zweijährige Kinder. „Varianten gibt es mehrere. Wir könnten in Neufurth eine Gruppe dazubauen. Man muss sich aber auch überlegen, ob nicht im Bereich Volksschule-Stadtsaal, wo wir ja ein großes Grundstück haben, ein besserer Standort wäre, der auch eine spätere Erweiterung eines Kindergartens in modularer Form ermöglichen würde. Die Kinder wären dann auch schon in der Nähe der Volksschule, der Umstieg später wäre für sie also bestimmt einfacher.“
Eine Entscheidung übers Knie zu brechen, mache aber keinen Sinn. Ziel sei es aber noch heuer den Standort zu fixieren und Planung und Ausschreibung zu machen. „Dann könnte nächstes Jahr gebaut werden. Wir haben also längst die nötigen Maßnahmen eingeleitet, um den Kindern im Ortsteil bald ausreichend Plätze zur Verfügung stellen zu können.“







