VON SONJA POHL
BADEN / Gerüchte über eine Schließung des Beethovenkinos in der Badener Innenstadt machten seit einigen Wochen die Runde. Doch eine Einigung zwischen Betreiberfirma und Hauseigentümern über die Fortführung des Kinobetriebes ist offenbar nur noch Formsache.
In den 1930er Jahren wurde das Beethovenkino vom Großvater der heutigen Eigentümergemeinschaft errichtet. „Geführt hat es unsere Großmutter“, erinnert sich Mag. Erwin Schmidt als einer ihrer Nachkommen gerne an seine Kindertage zurück, in denen das Kino zentralen Stellenwert hatte. 1970 wurde das Haus an die Constantin-Filmgruppe verpachtet. „Womit es als einziges in Baden überlebte“, erzählt Schmidt von der Konkurrenz der Multiplex-Kino-Center, die, ebenso wie das digitale Zeitalter für viele kleine städtische Lichtspielhäuser das Aus bedeuteten. In Baden kannte man einst vier - nach der Schließung des Kinos in der Frauengasse Anfang der 80er sowie in weiterer Folge des Olympia-Kinos in der Braitner Straße, blieb einzig das Beethovenkino bestehen.
„Pachtzins wurde erst um 30 Prozent reduziert“
Gerüchte über zu hohe Mietkosten in der Beethovengasse will Schmidt „namens der Eigentümergemeinschaft so nicht stehen lassen“, wie er betont: wurde der Pachtzins doch erst vor einigen Jahren um 30 Prozent reduziert. „Auch uns war klar, dass kleine heimische Kinos vom digitalen Zeitalter abgelöst wurden“, begründet er: „Auch private Heimkinocenter samt Dolby-Surround und allem was dazugehört sind mittlerweile erschwinglich, Neuerscheinungen stehen vielfach bereits vor ihrem Kinostart im Internet zum Download bereit.“ Eine Entwicklung, die freilich auch am Beethovenkino nicht spurlos vorüberging.
„Von der möglichen Veränderung im Haus blieb übrigens auch Badens Makler-Szene nicht unberührt“, erzählt Mag. Erwin Schmidt von zahlreichen Anfragen, zeichnet das Beethovenkino für sie doch vor allem eines aus: seine Größe wäre für Möbelhäuser ebenso interessant, wie für Filialen großer Modeketten. „Nichtsdestotrotz würde ich mir wünschen, dass das Haus auch in Zukunft ein Kino bleibt“, freut sich Schmidt nun umso mehr, dass dieses Ziel auch von Constantin-Film verfolgt wird. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis Ende 2012, Verhandlungen bezüglich der Verlängerung sind im Laufen, doch auch eine Verpachtung an einen neuen Betreiber als Programmkino mit Nischenprogramm ist möglich. „Gerüchte haben manchmal doch etwas Gutes“, schmunzelt Schmidt.






