BADEN / Sigga Björg Sigurdardottir kommt aus Island und war 2011 als „Artist in Residence“ in Krems zu Gast, um zu arbeiten.
Als Kooperationsprojekt kam die Ausstellung im Kunstverein zustande, wo Sigurdardottir ihre menschlich unmenschlichen Werke ausstellt, die von einer einzigartigen Skurrilität und Anmut bestimmt sind. Sie zeichnet märchenhafte Figuren, Fabelwesen, die auf den ersten Moment recht unschuldig und witzig aussehen, doch bei genauerem Hinsehen fehlt ihnen ein Kopf, oder sie haben stattdessen ein riesiges schwarzes Maul, selten haben sie Augen, strahlen aber trotzdem etwas Gefühlvolles und Lebendiges aus. Die junge isländische Künstlerin weckt mit ihren Wesen schmerzhafte, traurige, verzweifelte und verwirrte Momente. Anfangs wirken ihre Zeichnungen fast ein bisschen kindhaft, doch sind ihre Zeichnungen nichts für Kinder, fast meint man die Wesen springen von der Wand und möchten einen packen und würgen. Die Künstlerin schöpft in ihren Bildwerken aus der isländischen Mythologie, die von tiefem Glauben geprägt ist und wo sich allerhand Kobolde, Trolle und Feen herumtreiben, die in den Weiten Island Schabernack mit den Menschen treiben: „Ich denke ich bin sehr isländisch und da ist mein Unterbewusstsein natürlich voller Dinge, die ich gelernt oder gesehen habe, als ich dort aufwuchs. Ich versuche nicht, etwas ’Isländisches‘ zu machen, wenn ich arbeite. Ich versuche nur ehrlich zu sein“, erklärt Sigurdardottir, deren fein gezeichnete Bilder den Betrachter zum Lachen aber auch zum Weinen bringen können. „Der Gegensatz zwischen Grauen und Schönheit und dem Zustand, in den man verfällt, wenn man nicht weiß ob etwas schön oder ekelhaft, lustig oder traurig ist, hat mich schon immer fasziniert. Haben Sie schon einmal angefangen zu lachen, wenn etwas Schreckliches passiert? Ich schon, und es ist kein gutes Gefühl…“
Zu sehen ist diese Ehrlichkeit in der Galerie des Kunstvereins Baden (Beethovengasse) noch bis 4. März.







