VON CHRISTIAN EPLINGER
GÖSTLING, PALFAU / Zwischen den beiden Orten Göstling und Palfau gibt es trotz der Landesgrenze eine enge Verflechtung. Viele Palfauer arbeiten in Göstlinger Betrieben, im Tourismusverein ist man gemeinsam organisiert und seit den 60er-Jahren gibt es einen gemeinsamen Hauptschulsprengel. Diese Zusammenarbeit könnte ab Herbst noch mit einem gemeinsamen Volksschulsprengel intensiviert werden.
„Bei uns läuft das Schulstandortschließungsverfahren. Das heißt, dass unsere einklassige Volksschule, die heuer noch 16 Schüler besuchen, ab Sommer Geschichte ist. Wir wollen unseren Eltern nun die Wahlfreiheit garantieren und besuchen derzeit gerade alle drei möglichen Standorte“, erläutert der Palfauer Bürgermeister Andreas Danner (SPÖ) im NÖN-Telefonat. Danner ist übrigens selbst in die Hauptschule Göstling gegangen und hat viele Freunde jenseits der Landesgrenze. „Da es diese Verbindungen gibt, wollen wir auf alle Fälle für die Zukunft zwei Volksschulsprengel schaffen - einen in Niederösterreich und einen in der Steiermark. Dann können auch die künftigen Schulkinder immer frei wählen“, sagt Danner im Wissen, dass dazu auch noch die Genehmigung vom Land Steiermark notwendig ist. Die Schulbusverbindungen zwischen Palfau und Göstling wären dank des Hauptschulsprengels jedenfalls bereits optimal vorhanden.
Freie Wahlmöglichkeiten: Göstling, Gams oder Landl
Neben dem 18 Kilometer weit entfernten Göstling können die Palfauer Eltern noch zwischen der zweiklassigen VS Gams (Entfernung 8 Kilometer) und der dreiklassigen VS Landl (12 Kilometer) wählen. In Göstling wären die Palfauer Volksschüler, ab Herbst sind es voraussichtlich 13, herzlich willkommen. „Für uns wäre es sicher kein Nachteil, wenn wir mehr Schüler hätten. Gerade in Unterrichtsgegenständen wie Sport oder Musik oder in unseren Neigungsgruppen sind mehr Schüler immer besser“, betont Göstlings VS-Direktor Franz Rischanek. Derzeit besuchen 84 Schüler die VS Göstling (sechs Klassen).
Im kommenden Jahr wird es um eine Klasse weniger sein - egal ob die Palfauer kommen oder nicht. Dennoch: Göstling kann im Unterschied zu Gams und Landl garantieren, dass es künftig in allen Schulstufen eine eigene Klasse geben wird. Das grüne Licht vonseiten des Landes Steiermark für die Einführung von zwei Volksschulsprengeln erhoffen sich alle Beteiligten bis spätestens zum Schulschluss.
Übrigens, ein weiteres Zugeständnis sind die Göstlinger gerne bereit zu machen: Im Sachunterricht soll neben Niederösterreich auch ein verstärkter Schwerpunkt auf die Steiermark gelegt werden. „Das schadet sicher unseren Kindern auch nicht und die Lehrmaterialien dafür werden wir uns rechtzeitig besorgen“, verspricht Rischanek.








