Benutzername:
Passwort:

>> Passwort vergessen

31.01.2012 | 00:00 |
+ Text   - Text

Pensionist sitzt bald freiwillig ein!

REBELL / Strasshofer will nicht 140 Euro Strafe zahlen und muss nun Ersatz-Freiheitsstrafe von dreieinhalb Tagen antreten: „Nehme mir Rätselzeitungen ins Gefängnis mit.“

VON STEFAN HAVRANEK

STRASSHOF / Ein kurioser Fall ist die Geschichte des Eduard Biri aus Strasshof: Der pensionierte ÖBB-Mitarbeiter steht kurz davor, eine Ersatz-Freiheitsstrafe anzutreten - weil er im Vorjahr zu laut Radio gehört haben soll.

Biri erinnert sich im NÖN-Gespräch: „Ich wurde im Vorjahr angezeigt, weil ich zu laut Radio gehört haben soll. Gar nicht zur Nachtzeit, sondern am Sonntag gegen Mittag. Daraufhin kamen zwei Polizisten zu meinem Haus, denen ich erklärte, dass ich meiner Meinung nach in angemessener Lautstärke höre und bat die Beamten herein, um sich davon zu überzeugen.“ Als diese das verweigerten, habe er die Gartentüre geschlossen und sei gegangen.

„Ihr Damischen, schleichts  euch vom Grundstück“

„Die Beamten verschafften sich daraufhin Zutritt, indem sie das Gartentor aufbrachen“, behauptet Biri, was ihn zu der Aussage „Ihr zwei Damischen, schleichts euch von meinem Grundstück“ hingerissen habe.

Chefinspektor Gerald Reichl vom Bezirkspolizeikommando dementiert das: „Die Kollegen verschafften sich natürlich Zutritt aufs Grundstück, weil es nicht sein kann, dass sich jemand bei einer Amtshandlung einfach umdreht und geht. Sie wendeten aber keine Gewalt an, die Kollegen griffen über das Tor und öffneten es von innen.“

Die Rechnung bekam Biri wenig später und wenig verwunderlich präsentiert. 70 Euro wegen lautem Radiohören und 70 Euro wegen Verletzung des öffentlichen Anstands. Er wollte es nun aber „drauf ankommen lassen“: Er bezahlte die Strafe nicht, auch nachdem mehrere Mahnungen bei ihm eingegangen waren.

So kam es, wie es kommen musste: Am Donnerstag der Vorwoche erhielt Biri einen Brief, in dem er aufgefordert wird, binnen 14 Tagen die Ersatz-Freiheitsstrafe von drei Tagen und 12 Stunden in Wien anzutreten. „Wegen Uneinbringlichkeit der Geldstrafe - dabei bin ich lohnsteuerpflichtig, man kann sich beim Finanzamt über meine finanzielle Situation informieren.“

Und weiter: „Von selbst trete ich die Strafe sicher nicht an. Ich vermute, dass ich nach Ablauf der Frist abgeholt werde. Um das Geld geht es mir gar nicht. Wie kann es sein, dass man wegen Radiohörens ins Gefängnis gehen muss?“ Außerdem habe er Hühner und zwei Enten zu versorgen. Biri kritisiert: „Das ist ein verkorkstes Rechtssystem. Anstatt 140 Euro zu zahlen, muss der Staat nun pro Tag, den ich im Gefängnis sitze, etwa 170 Euro aufwenden. Ich werde mir zum Zeitvertreib zwei Rätselzeitungen mitnehmen.“

Bezirkshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Merkatz kann zum konkreten Fall aus Datenschutz-Gründen keine Aussage tätigen, ist aber wenig verwundert: „Das ist der normale Lauf der Dinge. Eben, weil wir in einem Rechtsstaat leben. Wer eine Verwaltungsstrafe begeht, muss die Konsequenzen, entweder das Bußgeld oder eben die Ersatz-Freiheitsstrafe, tragen. Der Mann hätte - auch jetzt noch - die Möglichkeit, das Geld einfach zu zahlen.“

Biri habe während der 14-Tage-Frist die Gelegenheit, seine privaten Verhältnisse (die Tiere) so zu ordnen, dass ihm dadurch kein Nachteil entstehe.

Eduard Biri aus Strasshof will, anstatt 140 Euro zu zahlen, lieber für dreieinhalb Tage ins Gefängnis gehen. HAVRANEK


Drucken delicious Mister Wong rss

genugisgenug (4)
02.02.2012 23:18

(0)
also lest mal genauer
es wurde von einem Nachbarn wohl die Polizei gerufen,der sich Sonntag zu Mittag gestört gefühlt hat. Denn die Polizei wird wohl weder bis GF oder Wagram das hören. Das sie sich auch nicht doof behandlen lassen brauchen,ist auch klar. Oder will irgendeiner von euch einfach stehen gelassen werden in einem Gespräch?
Es hat immer mehr als nur eine Seite und nicht immer einfach nur verurteilen.
unbekannt (22)
03.02.2012 01:01

(0)
Aber...
..zu mittag hat dqas die Polizei nicht zu interessieren! Der Pensionist hatte sicher keine Standboxen mit Subwoofer in 5.1 aufgestellt, das war wohl eher eine Micro Anlage wenn überhaupt.

Und das sie "stehen gelassen" wurden liegt wohl einzig daran das der Pensionist die Sache mehr als lächerlich sah und sich dieser Lächerlichkeit - garantiert mit einem Gefühl der Überlegenheit - durch seinen "Abgang" entzog.

Klar möchte keiner "stehen gelassen" werden, klar isat das nicht die feine Art aber wohl auch klar das hier von Haus aus jedes weitere Gespräch nur überflüssig war in Wahrheit und wer weiß schon was der wahre Hintergrund letztlich ist?

Auch wenn die "Bullen" sicher nur vermitteln wollten - da gab es wohl nichts zu vermitteln und der Alte Herr sah sich wohl selbst eingeschränkt in seiner persönlichen Freiheit.
unbekannt (22)
31.01.2012 20:22

(0)
Gibt es da nicht ...
..Gesetze die besagen das zwischen o600 und 2200 Lärmbelästigung sehr schwer möglich ist?

Nun, ein Radio zur Mittagszeit kann da wohl kaum wirklich ins Gewicht fallen.

Was wiederum die Frage aufwirft wo da die Erbsenprinzessin am Gartentor wirklich stand!

Das die BH das überhaupt straft scheint ja schon von Parteilichkeit getragen zu sein - was sonst soll zu so einer tatsächlich absurden Strafe führen?!?!

Egal ob der Bulle das Tor aufgebrochen hat oder nicht, wahrscheinlich nicht, wir wissen alle "drübergreifen" reicht in der Regel - den nackten *Arsch* haben hier eindeutig die Behörden!!!

Das ist genau die Form von Terror von der unser Land mehr und mehr zum Unterdrücker Staat wird. Noch wird nicht geschossen aber wundern würde es nicht angesichts solch wahrer Willkür!

Alle 6 Kommentare anzeigen

Kommentar schreiben
Titel:

Kommentar:



Bitte melden Sie sich an, um einen Beitrag zu schreiben.

Benutzername:

Passwort:



Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername*:
gewünschtes Passwort*:
Wiederholung Passwort*:
Email*:
 
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2: 



Mehr zum Thema Aktuell
15.05.2012 | 00:00

Polizei jagt Scheunen-Einbrecher
Aktuell / FAHNDUNG / Bande räumte in einer Nacht zwei landwirtschaftliche Hallen, ...
>> mehr
15.05.2012 | 00:00

1,5 km Kabel gestohlen
Aktuell / DIEBSTAHL / Unbekannte Täter brachen kürzlich in ein Kieswerk in ...
>> mehr
15.05.2012 | 00:00
3

„Die March gehört für die Schifffahrt geöffnet“
Aktuell / VORSTOSS / Stefan Nikl, Obmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer, will ...
>> mehr
15.05.2012 | 00:00

Bursch war zwei Tage abgängig
Aktuell / SUCHAKTION / Ein 12-jähriger Schüler aus Strasshof war plötzlich wie ...
>> mehr
08.05.2012 | 00:00

Tierquäler verstümmelt Katzen!
Aktuell / MARTYRIUM / In Auersthal geht ein skrupelloser Tierhasser um.
>> mehr
08.05.2012 | 00:00

City-Bus: Stadt Zwettl als Vorbild?
Aktuell / VERKEHR / Gänserndorfer Gemeinde-Chefs pilgerten ins Waldviertel, um ...
>> mehr
08.05.2012 | 00:00

Ortschef: Arzt folgt auf Huber
Aktuell / WECHSEL AN GEMEINDESPITZE / VP-Bürgermeister Josef Huber legte aus ...
>> mehr
08.05.2012 | 00:00

Freibäder im Bezirk: Bis jetzt hat erst eines offen
Aktuell / KÜHLES NASS / Parkbad in Schönkirchen-Reyersdorf seit 1. Mai in Betrieb.
>> mehr




» News  Politik | Chronik | Wirtschaft | Sport | Verkehr | Kultur & Medien | Gesellschaft | Meinung | Wetter | Bildung
» Lokales  NÖN-Ausgaben | Unsere Feuerwehren | Schulpartner | Chöre | NÖ-Wetter | Webcam Wetter | Panoramakamera
» Fotos  Fotos | Fotowettbewerbe | Videos
» Freizeit  Veranstaltungen | Heurigenkalender | Kino | Reise | Erlebnis | Gutscheine | Vorteilszone | Buch-Tipp
» WIR dabei  Aktionen | Gewinnspiele | Leserclub/Shop | Wir präsentieren | Festivals | Startreff | Schinkels Tagebuch
» wohinTipp 
» Extras  Energie | Auto | Digital | Gesundheit | Haus & Garten | Horoskop | Kulinarisch | Tierecke | Mondkalender | Beilagen
» Anzeigen  Kleinanzeigen bestellen | Jobanzeigen | Immobilien | Anzeigentarife | Online-Anzeigentarif | Online-Werbung
» Abo/Service  Info & Kontakt | Abo-Service | Archiv | Impressum | Anzeigentarife
» ePaper