VON STEFAN HAVRANEK
BEZIRK / Schon länger befürchteten die Polizisten im Bezirk Probleme nach der Einstellung des Assistenzeinsatzes des Bundesheeres. Diese Befürchtungen dürften sich laut SP-Nationalrat Rudolf Plessl und den Polizei-Personalvertretern Andreas Zabadal und Jürgen Böhm nun bewahrheiten: „Wir nehmen einen Anstieg an Eigentumsdelikten wahr“, so die drei unisono.
Von 202 Planstellen im Bezirk seien 30 unbesetzt. Rein nominell sind es zwar nur zehn, weitere 20 Polizisten seien aber in diversen Sonderkommissionen oder mit anderen außertürlichen beschäftigt, sodass sie für den effektiven Streifendienst nicht eingesetzt werden können.
„Polizei im Bezirk braucht dringend Verstärkung“
Deswegen verfasste Plessl über dem Marev (Marchfelder Regionalentwicklungsverein) auch ein Ansuchen an VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner: „In der am stärksten wachsenden Region Niederösterreichs mit einer steigenden Kriminalitätsrate haben die Polizeidienststellen mit akutem Personalmangel zu kämpfen“, beschreibt Plessl den Inhalt. „Wir brauchen dringend Unterstützung durch neu ausgebildete Beamte oder Versetzungen aus anderen Bundesländern“, stellt Böhm fest.
Die Antwort war ernüchternd: „Die regulären Polizeiinspektionen im Bezirk weisen einen Fehlstand von nur zwei Bediensteten auf“, heißt es vonseiten des Ministeriums. „Wie man auf diese Zahl kommt, ist durchaus fragwürdig“, wundert sich Zabadal. Auch VP-Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll bekam das Schreiben. Seine Antwort: Er werde mit dem Landespolizeikommando Kontakt aufnehmen und an Lösungen für das Problem arbeiten.
Ein kleiner Lichtblick ist die Zusage, dass, sobald die Marchfeld-Schnellstraße S 8 kommt, für eine „Autobahn-Polizei“ in Deutsch-Wagram 23 weitere Planstellen reserviert werden sollen: „Die werden aber hauptsächlich auf der S 8 unterwegs sein“, relativiert Böhm. Plessl zeigt ein weiteres Problem auf: „Die Städte im Bezirk wachsen und bald werden auch die 202 Planstellen zu wenig sein.“ Zabadal ergänzt: „Wer weiß, vielleicht heißt es bald: ,Ihr seid so lange mit weniger Beamten ausgekommen‘ - und die fehlenden Stellen werden nicht nachbesetzt.“







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