Als die NÖN im Mai des Vorjahres erstmals und exklusiv über die Idee der OMV, möglicherweise Schiefergas im Weinviertel zu fördern, berichtete, kratzte das Thema kaum jemanden. Ein halbes Jahr später, nachdem die OMV öffentlich verkündet hatte, Probebohrungen im Raum Poysdorf durchführen zu wollen, schrien die Umweltschützer plötzlich alle auf. So schnell also wendet sich das Blatt.
Was ist nun dran an den Befürchtungen der Schiefergas-Gegner? Die Grünen zum Beispiel glauben, dass die Bohrungen nicht so problemlos sind, wie sie von der OMV dargestellt werden. Für die Ökopartei sind die Risiken einfach nicht abzuschätzen, wenn man extrem tiefe Löcher in die Gesteinsschichten unserer Erde bohrt.
Die Sorge ist sicherlich nicht unbegründet: Schließlich gibt es keine Erfahrungswerte. Wird vielleicht sogar der Boden unter unseren Füßen mit der Zeit instabil? Die Frage ist auch, ob es sinnvoll ist, wieder auf fossile Rohstoffe, wie Erdgas, zu setzen. Damit würde nämlich die weitere notwendige Erforschung der erneuerbaren Energien wahrscheinlich wieder auf die lange Bank geschoben werden.
th.schindler@noen.at






