VON KARIN POLLAK
BEZIRK GMÜND / Der Winter wird seit jeher von den Waldbesitzern für anstehende Waldarbeiten genutzt – sofern es das Wetter zulässt. Die Wettersituation bis zum 13. Jänner mit viel zu hohen Temperaturen und keinem Schnee in weiten Teilen des Bezirkes Gmünd nutzten aber kaum Waldbesitzer aus. Grund dafür dürfte die Finanzkrise sein.
„Viele Waldbesitzer warten derzeit ab. Wer das Geld nicht unbedingt für Investitionen braucht, der lässt die Bäume im Wald stehen. Denn dann braucht er das damit verdiente Geld nicht auf die Bank legen“, erörtert DI Josef Weichselbaum, Forstsekretär der Bezirksbauernkammer Gmünd, die derzeitige Situation. Die Waldbesitzer würde auch der relativ hohe Holzpreis nicht reizen – es wird recht zurückhaltend in den Wäldern gearbeitet. Preis und Nachfrage für Rundholz sind laut Weichselbaum sehr gut. Beim Schnittholz geht die Schere derzeit weit auseinander.
Hackgut: Gute Preise sorgen für gepflegtere Wälder
„Interessant ist auch, dass sich durch die guten und stabilen Preise für Hackgut die Situation in den Wäldern in den letzten Jahren grundlegend geändert hat. Minderwertiges Holz wird jetzt auch vermarktet, daher findet man in den Wäldern kaum Restholz“, weiß Weichselbaum.
Daraus resultiert der Rückgang beim zum Verkauf angebotenen Brennholz. „Es wird Brennholz fast nur mehr für den Eigenbedarf gemacht, verkauft wird es kaum mehr, daher sind auch die Preise dementsprechend hoch“, ist vom Forstsekretär zu hören.
Ob die Bäume die lange Trockenheit im Herbst und Anfang Winter problemlos überstanden haben, wird sich erst im Frühjahr zeigen. Holzpreismäßig könnten die großen Schäden durch die hohe Schneelast und die Lawinen im Westen Österreichs Auswirkungen haben. „Diese werden sich aber erst im Sommer bemerkbar machen“, so Weichselbaum. Diese Situation bestätigt auch Gerhard Seidl, Besitzer des Sägewerkes in St. Martin. „Jetzt liefern weniger Waldbesitzer größere Mengen Holz an. Im Vorjahr waren es mehr Waldbesitzer mit geringeren Mengen“, so Seidl, der mit der derzeitigen Marktsituation durchaus zufrieden ist. „Die Krise bringt auch Positives. Vor allem in Deutschland boomt das Haussanieren und Hausbauen. Davon profitieren wir derzeit. Wie lange noch, weiß man jedoch nicht“, so Seidl.






