HEIDENREICHSTEIN / Engagiert und beliebt: So kannten die Heidenreichsteiner und Heidenreichsteinerinnen „ihren“ Arzt Dr. Karl Gabler. Vielen Menschen hatte er geholfen und war stets für sie da, wenn sie ihn brauchten. In den Mittagstunden des 22. Jänner erlag der ehemalige Stadtarzt im Krankenhaus Waidhofen selbst einer schweren Krankheit, gegen die er lange Zeit tapfer angekämpft hatte.
Der in Freistadt geborene Karl Gabler maturierte 1967 in Linz und schlug danach zuerst eine Pädagogen-Laufbahn ein. Nach kurzer Lehrertätigkeit an der Volksschule Weitersfelden begann er dann mit dem Medizinstudium in Innsbruck und promovierte 1975 an der Universität Wien zum „Doktor der Medizin“.
Nach Turnusdiensten in Wien, Linz und Waidhofen übersiedelte Gabler 1981 nach Heidenreichstein, um sich hier als praktischer Arzt niederzulassen. Gleichzeitig wirkte er als Gemeinde-, Schul-, Feuerwehr- und Rot-Kreuz-Arzt und war ab 1982 auch Vertreter der Allgemeinärzte im Bezirk Gmünd. Und auch in seiner spärlichen Freizeit war Gabler für sein Engagement bekannt. Er war von 1990 bis 2005 Stadtrat für Gesundheit und Umwelt, danach weitere fünf Jahre Gemeinderat.
Erschüttert vom Ableben seines Kollegen und Freundes zeigt sich auch Bezirksärzte-Vertreter Dr. Wolfgang Fuchs: „Mit Dr. Karl Gabler verliert nicht nur Heidenreichstein, sondern der gesamte Bezirk Gmünd einen der verdientesten Ärzte der letzten Jahrzehnte.“ Buchstäblich Tag und Nacht sei er im Einsatz gewesen und habe ärztliche Kompetenz und menschliche Herzlichkeit ausgestrahlt. Fuchs: „Er war der Inbegriff des ’Haus- und Familienarztes‘ und durch sein umfangreiches Wissen – das weit über die Medizin hinausreichte – stets ein faszinierender Gesprächspartner.“
Und auch die NÖN verliert mit Gabler einen treuen Weggefährten, der in unzähligen Gast-Kommentaren über Gesundheitsthemen und seine Sport-Leidenschaft berichtete. Mehrfach hätte Gabler geehrt werden sollen, doch Auszeichnungen lehnte er selbst dann ab, als er 2008 in den Ruhestand ging. Die Praxis übergab er an seinen Sohn Dr. Alexander Gabler, der seither ganz im Sinne seines Vaters in Heidenreichstein tätig ist.
Alle, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen wollen, können sich am 26. Jänner von 9 bis 20 Uhr in der städtischen Aufbahrungshalle von Dr. Karl Gabler verabschieden.






